Digitalisierung im Franchise-Glossar

Was ist Digitalisierung?

Digitalisierung bedeutet die Umwandlung analoger Daten oder Werte in ein digital nutzbares Format. Da wir zunehmend digitale Geräte in unserem Privatleben wie auch der Geschäftswelt nutzen, wurden zahlreiche Prozesse und Ereignisse in die digitale Welt verlagert.

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Warum ist Digitalisierung wichtig?

Was im 19. Jahrhundert die Industrielle Revolution war, das ist heutzutage die Digitale Revolution. Unternehmer und Politiker hypen und fürchten das Informationszeitalter des 20. Jahrhunderts zugleich: Die Informationstechnologie (IT) automatisiert und optimiert Privathaushalte und Arbeitsplätze. Das bietet zahlreiche Chancen und verbessert unser Leben. Zeitgleich sind sich viele über die Folgen der Digitalisierung unsicher: Die Computerisierung und künstliche Intelligenz bringen schließlich auch viele Veränderungen mit sich.

Was steckt hinter der Digitalisierung?

Die Digitalisierung profitiert davon, dass zahlreiche Prozesse, Elemente oder Informationen miteinander vernetzt werden, was unser Leben einfacher, bequemer und effizienter macht.

Ein Beispiel: Anstatt dass Familie Müller einen manuell geschriebenen Einkaufszettel für den wöchentlichen Einkauf nutzt, kommt eine App zum Einsatz, die den analogen Vorgang „Einkaufszettel Schreiben“ in die digitale Welt überträgt. Dies stellt die erste wichtige Umwandlungsstufe dar. Allerdings liegt es nun daran, dass diese Daten auch sinnvoll verwertet werden. Hier wäre beispielsweise eine Vernetzung der gesamten Familie hilfreich, so dass alle Familienmitglieder via App auf die Einkaufsliste Zugang erhalten. So kann jeder Dinge hinzufügen, es wird nichts doppelt gekauft und es lassen sich Zeit und unnötige Kommunikationswege einsparen. Sollte die App nun auch mit dem Kühlschrank vernetzt sein, so könnte auch dieser eine Meldung durchgeben, was vorrätig ist. Dank Digitalisierung lassen sich so Prozesse effizienter gestalten – und zwar ist das nicht nur im Privatleben der Familie Müller der Fall.

Was sind die Auswirkungen der Digitalisierung?

Die Digitalisierung führt vor allem auch dazu, dass sich unsere Arbeitswelt verändert. Zum einen wird die menschliche Arbeitskraft in vielen Bereichen unwichtiger, Maschinen und Softwares führen von nun an die Tätigkeiten aus. Eine weitere Folge ist hier ebenso, dass viele Aufgaben flexibler werden und man zunehmend ortsunabhängiger arbeiten kann. Oft reichen ein guter Internetanschluss und ein Laptop aus.

Wie verändert der Megatrend die Wirtschaft?

Die Digitalisierung betrifft alle Lebensbereiche – sowohl unser Privatleben als auch die Businesswelt. So läuft heutzutage unsere private Kommunikation komplett über Apps und online Messenger-Services ab. Auch die Einkäufe in unserem Privatleben finden zum Großteil online statt: Sowohl Kleidung, Technik und Bücher wie auch Lebensmittel lassen sich online beschaffen. Das stellt attraktive Möglichkeiten und Geschäftsmodelle für Unternehmen dar und es tun sich neue Nischen auf!

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Aber auch die Arbeitsabläufe in Unternehmen werden immer stärker digitalisiert: Produktbestände und Produktionsketten werden von Sensoren und Scannern überwacht, verfolgt und kontrolliert. Oft werden sogar komplette Arbeitsschritte von Robotern übernommen.

Business 4.0 ist das Zukunftsprojekt der heutigen Zeit, es zielt darauf ab, dass die industrielle Produktion mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik verzahnt wird. Digital vernetzte Systeme machen es möglich, dass Maschinen, Logistik, Produkte und Menschen miteinander vernetzt sind und so ganze Wertschöpfungskette optimiert werden können. Die Frage ist nur, wie können Unternehmen die Digitalisierung in ihren Unternehmen einleiten?

Wie können Unternehmen die Digitalisierung 4.0 angehen?

Unternehmen, die erfolgreich in die Digitalisierung 4.0 einsteigen möchten, benötigen zunächst einmal eine Digitalisierungsstrategie. Anstatt dass es einzelne Digitalisierungsprozesse im Unternehmen gibt, die nebeneinander existieren, ist es wichtig, dass diese die gesamten Ressourcen und Prozesse miteinander vernetzen. Nur wenn sämtliche Daten aus allen Bereichen genutzt und systematisch analysiert werden, gehen Unternehmen die Digitalisierung richtig an. Es handelt sich hier nicht um ein einmaliges Projekt oder gar puren Aktionismus, die Digitalisierung muss konsequent verfolgt werden und ist zentrale Managementaufgabe. Aus diesem Grund bietet es sich an, dass eine Person in der Führungsebene mit dem Thema betraut wird. An ihr liegt der Aufbau von internem Digitalisierungs-Know-How, sie hat einen Überblick über alle Initiativen und alle Systeme und Bereiche im Überblick – nur so kann man als Unternehmen mit Big Data auch wirklich Erfolge verzeichnen. Außerdem ist es wichtig, dass die Digitalisierungsstrategie nachhaltig im Unternehmen eingebettet wird und hier auch ein kulturelles Umdenken stattfindet.

Der Vorteil an neuen Unternehmen und Start-Ups vs. etablierten Playern und Konzernen

Junge Unternehmen, die sich noch im Aufbau befinden, haben den Vorteil, dass sie von Anfang an auf digitale Prozesse setzen können. Vom ersten Tag an können diese Unternehmen direkt auf aktuelle Technologien setzen und eine digitale Unternehmenskultur entwickeln. Für die Digitalisierung der Prozesse kommen vor allem IT-Lösungen auf Cloud-Basis zum Einsatz, da so von überall aus auf die Daten zugegriffen sind und sie nicht mehr nur stationär abgelegt werden.

Cloud-Lösungen sind meist ohne großen Installationsaufwand möglich. Zudem ist dies meist zu geringen Erstinvestitionen möglich und auch im weiteren Geschäftsverlauf können die Services meist zu günstigen, operativen Kosten genutzt werden. Etablierte Unternehmen haben es da meist schwieriger: Im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie müssen sie die Daten aus der alten, analogen Welt oft erst einmal in die neue, digitale Welt migrieren, um diese dann miteinander integrieren zu können. IT-Projekte von solch einer Größe müssen meist gut geplant werden und ziehen sich lange.

Wie wirkt sich die Digitalisierung auf das Franchising aus?

Auch das Franchising setzt zunehmend auf Digitalisierung. Auch wenn die zahlreichen Franchisesysteme in den unterschiedlichsten Branchen vertreten sind und sich verschiedenster Geschäftskonzepte bedienen, so sind sich alle Franchisegeber der Bedeutung der Digitalisierung bewusst. Hier spielt vor allem die Franchisezentrale eine wichtige Rolle, da hier sämtliche Fäden zusammenlaufen und die Systeme verwaltet, gesteuert und geplant werden. Um die Franchisesysteme nachhaltig für die Zukunft aufzustellen, ist es wichtig, dass die Zentrale die digitale Welt nutzt, um jegliche Wachstums- und Effizienzpotentiale aufzudecken und einzusetzen.

Auch für das Franchising gilt: Hier sollte es einen Verantwortlichen geben, bei dem alle Digitalisierungsstrategien zusammenlaufen. Die Digitalisierungsstrategie sollte zudem fest in den Unternehmenszielen verankert und an die Franchisenehmer und ihre Mitarbeiter kommuniziert worden sein. Darüber hinaus ist es wichtig, dass der Erfolg der Digitalisierungsaktivitäten auch gemessen werden kann – nur so stellt die Digitalisierung auch Effizienz- und Wachstumschancen dar.

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Wichtig ist außerdem noch, dass die Digitalisierung nicht wahllos geschieht. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich das Franchisesystem zunächst einen Überblick über den Digitalisierungsgrad des Marktes und des Wettbewerbes macht. Es gilt zu schauen, wie sich die Franchisemarke noch stärker digital positionieren kann oder aber wo das Unternehmen in digitaler Hinsicht bereits hinterher hinkt. In einem nächsten Schritt sollte es dann daran gehen, dass man sich die internen Prozesse anschaut und konkret analysiert, wo es noch Wachstumsmöglichkeiten und Kosteneinsparungspotential gibt. Für solche Aufgaben kann man einen Verantwortlichen im Unternehmen beauftragen oder aber via Outsourcing einen spezialisierten Dienstleister ins Boot holen.

© Timo Marschall | Digitalisierungsexperte & Gründer des FRANCHISE 4.X Netzwerks
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