Distribution im Franchise-Glossar

Was ist Distribution?

Der Begriff Distribution findet vor allem in der Betriebswirtschaftslehre Anwendung. Die Bezeichnung stammt ursprünglich aus dem Lateinischen von distributio und bedeutet Vertreibung. Bei der Distribution geht es daher um die Verteilung von Waren und Gütern in der gesamten Wirtschaft. Unter den möglichen Distributionsobjekten fallen unter anderem Produkte, Dienstleistungen, Rechte, Entgelte sowie Informationen.

Distribution Franchise Business

Wie wird Distribution im betriebswirtschaftlichen Verständnis aufgefasst?

In der Betriebswirtschaftslehre wird unter Distribution der Weg verstanden, den die Güter und Dienstleistungen zurücklegen, um vom Hersteller letztlich bis zum Abnehmer zu gelangen.

In der Unternehmenspraxis wird statt Distribution oft von Vertrieb, Verkauf und Absatz gesprochen – wobei hier jeder Begriff noch eine engere Bedeutung von Distribution vorsieht. Allerdings geht es bei allen dieser Begriff generell darum, wie das Unternehmen seine Waren und Services vertreibt.

Wie wird Distribution im volkswirtschaftlichen Verständnis aufgefasst?

Auch in der Volkswirtschaftslehre wird von Distribution gesprochen. Allerdings ist hier die Einkommens- und Vermögensverteilung eines Wirtschaftsraumes oder Landes gemeint. Auch wenn jedes einzelne Wirtschaftssubjekt via Arbeitsvertrag oder Vermögen die Zügel selbst in der Hand hat, was sein Vermögen angeht, so bedarf es hin und wieder einer staatlichen Nachsteuerung. Diese ist notwendig, um für eine ausgeglichenere Verteilungsgerechtigkeit zu sorgen und um den sozialen Frieden zu wagen. Diese Art der Umverteilung wird dann als Redistribution bezeichnet.

Was hat es mit der Redistribution auf sich?

Allerdings gibt es auch in der Betriebswirtschaftslehre den Begriff Redistribution. In diesem Fall ist von dem umgekehrten Waren-Weg die Rede: Denn in diesem Fall wandert die Ware vom Kunden zurück zum Händler. Dies umfasst alle Prozesse, die mit einer Kreislauf- sowie Abfallwirtschaft zusammenhängen, sprich: Die Warenrücknahme, die Organisation von Absatz- und Beschaffungsmärkten, der Wiedergewinn von Abfällen aber auch das Recycling und die Entsorgung.

Welche Aufgabe hat die Distribution?

Die zentrale Aufgabe der Distribution ist der Transport der Waren. Hier geht es darum, dass die Produkte zur richtigen Zeit an den richtigen Ort gebracht werden. Es geht also um die Planung, Realisation und das Management der Logistik von Gütern in räumlicher und zeitlicher Hinsicht zwischen Lieferanten und Abnehmern. Zudem gilt es darauf zu achten, dass die Produkte makellos und in der richtigen Menge sicher ihr Ziel erreichen. Dabei sollte der gesamte Prozess der Distribution darüber hinaus auch zu den minimalsten Kosten realisiert werden.

Was für Arten der Distribution gibt es?

Die Verteilung der Waren und Services geschieht entweder über den direkten oder den indirekten Vertrieb.

  • Direkter Vertrieb: Hier gibt es keinen Zwischenhändler. Es fallen also alle solche Vertriebsformen darunter, bei denen die Unternehmen ihre Produkte selbst verkaufen. Dies kann in verschiedener Art und Weise Form annehmen: Entweder über Verkaufsniederlassungen wie den Einzelhandel oder Outlets, den persönlichen Direktverkauf oder aber durch eCommerce, das heißt Online Shops.
  • Indirekter Vertrieb: Bei dieser Vertriebsart kümmert sich das Unternehmen nicht selbst um den Verkauf seiner Waren und Services, stattdessen geben hier Groß- und/oder Zwischenhändler die Waren an den tatsächlichen Endkunden weiter. Auch das Franchising stellt eine Art des indirekten Vertriebs dar – dazu später mehr.

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Warum ist Distribution nötig?

Ohne die Distribution der Realgüter – sprich Waren und Dienstleistungen – würden diese es nicht vom Produzenten zum Endabnehmer beziehungsweise Verbraucher schaffen. Die einzelwirtschaftliche Verteilung sorgt dafür, dass Unternehmen ihre Absatzwege und Abnehmerkontakte aufbauen und festigen können. Ohne die Logistik können die Güter nicht physisch vom Anbieter zum Nachfrager übertragen werden. Die gesamten Prozesse, die für die Verteilung notwendig sind, werden im Rahmen der Distributionspolitik geregelt.

Was beinhaltet die Distributionspolitik?

Ein Unternehmen legt im Rahmen seiner Distributionspolitik fest, wie die Waren oder Services vom Hersteller letztlich zum Endkunden gelangen. Da die Distributionspolitik den Transport und die Logistik von Vertrieb und Verkauf regelt, wird auch oft auch als Vertriebspolitik bezeichnet. Sie sorgt dafür, dass die Waren immer ausreichend auf dem Markt verfügbar sind, während die Kosten für die Vertriebswegen stets möglichst gering gehalten werden sollten.

Wie funktioniert Distribution?

Unter Distribution werden alle Prozesse gefasst, die nötig sind, um die Ware oder Dienstleistung vom Produzenten über den Handel zum Endkunden zu befördern. Die Distribution umfasst die Steuerung, Kontrolle und Gestaltung der Prozesse, die nötig sind, damit die Waren von einem Handelsunternehmen zu dessen Kunden zu übermitteln. Eine wichtige Rolle übernimmt hier der Lieferservice, schließlich muss alles genauestens getimt sein. Aus diesem Grund werden die einzelnen Arbeitsschritte wie Verpackung, Versand, Lagerhaltung, die richtige Wahl der Transportmittel und die Auslieferung vom Management überwacht.

Ablauf der Distribution:

  • Bestelleingang
  • Anweisung an das Lager, die Waren an den Zwischenhändler oder Endkunden zu senden
  • Versand der Waren via Logistik
  • Auslieferung der Waren
  • Schreiben der Rechnung
  • Überwachung des Zahlungseingangs
  • Gegebenenfalls: Warenrücknahme, Recycling, Entsorgung

Wie funktioniert die Distribution im Franchising?

Beim Franchising handelt es sich um eine besondere Art der Distribution, denn Franchisesysteme nutzen ein vertikal-kooperatives Absatzsystem. Im Rahmen dessen ist der Vertrieb dezentral organisiert, dabei organisieren sich Franchisenehmer und Franchisegeber arbeitsteilig. Dabei übernimmt die Franchisezentrale oft einen zentralen Einkauf stellvertretend für alle Franchisenehmer. Letztere haben hier meist der Alleinbezugsverpflichtung der Waren durch die Zentrale nachzukommen, es besteht eine Bezugsbindung. Auch die logistischen Prozesse sowie der Verkauf der Waren sind für alle Franchisenehmer aufgrund der Standardisierung identisch.

Wie sieht die Distributionspolitik im Franchising aus?

Auch wenn die Franchisenehmer rechtlich und finanziell als eigenständige Unternehmer auftreten, so sind sie im Rahmen der arbeitsteiligen Organisation an Weisungen und Kontrollen des Franchisegebers gebunden. So wird ein systemgerechtes Verhalten sichergestellt. Nur durch solche Qualitätsstandards und Vorgaben kann letztlich auch ein einheitlicher Marktauftritt des gesamten Franchisenetzwerkes sichergestellt werden.

Die Distributionspolitik im Franchising wird durch den Franchisevertrag und das Systemhandbuch beschrieben. Während der Vertrag die Vorgehensweisen nur kurz und prägnant erwähnt, so werden diese umso ausführlicher im Systemhandbuch dargelegt.

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Das franchise-spezifische Absatzsystem zeichnet sich durch dezentrale Vertriebsstellen aus, die einheitlich am Markt auftreten. Mittels eines indirektem Vertriebsmodell verkaufen die Franchisenehmer in ihrem geschützten Gebiet die Produkte oder Dienstleistungen des Franchisesystems. Im Rahmen der Distributionspolitik steht bereits fest, wie die Produkte an den Endkunden gelangen. Auch beim Franchising steht die gesamte Distribution – sprich der Verkauf, Transport sowie die Logistik der Ware – fest.

Eva Tegeder, Punkt Franchise ©

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