Einkommensteuer im Franchise-Glossar

Was ist die Einkommensteuer?

Die Einkommensteuer ist die Gemeinschaftssteuer, die auf das Einkommen natürlicher Personen erhoben wird. Sie stellt eine wichtige Einnahmequelle für die Regierung dar, da diese so ihren Staatshaushalt finanzieren kann. Wie der name bereits verrät, dient das Einkommen als Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer.

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Heißt es Einkommensteuer oder Einkommenssteuer?

Die korrekte Schreibweise ist mit einem „s,“ da sich der Begriff aus den Wörtern Einkommen und Steuer zusammensetzt. Hier kommt also kein Fugenlaut beziehungsweise „Dehnungs-S“ zum Einsatz. Es wäre zum einen grammatisch falsch und zum anderen rechtlich unüblich. Als verkürzte Schreibform kommt auch EKS zum Einsatz.

Wer zahlt alles Einkommensteuer?

In Deutschland zahlen alle natürlichen Personen Einkommensteuer. Hierzu zählen Arbeitnehmer und Selbstständige. Als Selbstständige zählen Freiberufler, Gewerbetreibende sowie Gesellschafter einer Personengesellschaft, zum Beispiel einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts, GbR.

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Das Gegenstück zur Einkommensteuer ist die Körperschaftsteuer, die von Kapitalgesellschaften wie einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder einer Aktiengesellschaft (AG) zu zahlen sind. Diese zählen als juristische Personen.

Je nach dem für welche Rechtsform Sie sich bei Ihrer Gründung mit Franchising entschieden haben, fällt also auch für Sie als selbstständiger Franchisenehmer die Einkommensteuer an.

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Wer zahlt alles Einkommensteuer? Was genau wird versteuert?

Somit haben alle natürlichen Personen ihr Einkommen aus selbstständiger und nichtselbstständiger Tätigkeit zu versteuern. Dabei wird das zu versteuernde Einkommen aus unterschiedlichen Einkunftsarten zusammengerechnet. Hierunter fallen folgenden Einkunftsarten:

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  • Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb – hier kann zusätzlich noch die Gewerbesteuer anfallen!
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit – hierzu zählen auch Einkünfte von Personengesellschaften
  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit – sprich als Arbeitnehmer
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen (z.B. Kapitalertragszinsen), Vermietung und Verpachtung (z.B. bei Wohneigentum) sowie sonstige Einkünfte

Die Grundlage der Besteuerung bildet das Einkommensteuergesetz, EStG. Das EStG regelt die Prinzipien des Einkommensteuerrechts. Zur Berechnung der Einkommensteuer werden die Einkünfte aus den unterschiedlichen Einkunftsarten addiert. Dabei existieren je nach Steuerart unterschiedliche Freigrenzen und Freibeträge.

Gibt es eigentlich einen Unterscheid zwischen Lohnsteuer und Einkommensteuer?

Zur Erläuterung der begrifflichen Unterscheidung gilt es sich folgendes zu merken: Arbeitnehmer und Pensionisten zahlen die Lohnsteuer, Selbstständige zahlen die Einkommensteuer. Bei der Lohnsteuer handelt es sich um eine Form der Einkommensteuer, es ist allerdings keine Steuer eigener Art. Denn sie wird einfach bei den Lohnzahlungen an die Arbeitnehmer direkt an das Finanzamt abgeführt.

Die Lohnsteuer unterscheidet sich also nur in ihrer Erhebungsform von der Einkommensteuer. Der Steuertarif ist identisch. Die Einkommensteuer wird auf Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, Kapitalvermögen oder Renten erhoben.

Was ist das Prinzip der Einkommensteuer?

Fünf folgende Prinzipien kommen bei der Besteuerung zum Tragen:

  • Das Leistungsfähigkeitsprinzip: Einkommensteuerpflichtige Personen werden nur nach ihrer individuellen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit belastet.
  • Das Welteinkommensprinzip: Steuerpflichtige müssen ihr weltweites Gesamteinkommen im Land ihres Wohnsitzes besteuern.
  • Das Nettoprinzip: Es werden nur Nettoeinnahmen abzüglich Werbungskosten oder Betriebsausgaben besteuert.
  • Das Prinzip der gestaffelten Steuersätze: In Deutschland wird gestaffelt, sprich progressiv, versteuert. Je mehr Einkommen man hat, desto höher fällt der Steuersatz aus.
  • Das Periodizitätsprinzip: Das Einkommen wird nach Perioden versteuert.

Seit wann gibt es die Einkommensteuer?

Die Einkommensteuer schaut bereits auf eine lange Geschichte zurück. Im Zuge einer großen Steuerreform wurde sie im Jahre 1920 in der Weimarer Republik von Finanzminister und Vizekanzler Matthias Erzberger eingeführt. Mit ihrer Einführung gab es ein deutschlandweit einheitliches Steuersystem. Vorher im Kaiserreich hatten nur die Länder und Kommunen Steuern erhoben und somit das Reich finanziert. Das änderte sich mit der einheitlichen Einkommensteuer.

Ab wann ist die Einkommensteuer Pflicht?

Das gesamte Einkommen aus selbstständigen und nichtselbstständigen Tätigkeiten muss versteuert werden. Ist man nebenberuflich selbstständig, so wird das gesamte Einkommen kombiniert berechnet. Gemäß des Leistungsfähigkeitsprinzips werden die Steuern gestaffelt berechnet. Je höher das Einkommen, desto mehr Steuern zahlt man auch. Allerdings gibt es einen steuerlichen Freibetrag. Dieser wird von den Gesamteinkünften abgezogen und mindert somit das zu versteuernde Einkommen.

Was genau ist der steuerliche Freibetrag?

Der Steuerfreibetrag legt fest, bis zu welcher Summe ein Betrag unversteuert bleibt. Denn die Höhe der Einkommensteuer richtet sich wie gesagt nach der Höhe des zu versteuernden Einkommens. Der Steuerfreibetrag sorgt dafür, dass jedem ein gewisses Existenzminimum zusteht, was steuerlich nicht berührt wird. Der Begriff Existenzminimum umfasst all die Kosten, die anfallen, damit man anständig und in Würde leben kann. Der Grundfreibetrag beziehungsweise das steuerfreie Einkommen stellen sicher, dass Nahrung, Kleidung, ein Dach über dem Kopf und eine medizinische Notfallversorgung sicher gestellt sind. Zu diesem Zwecke hat der deutsche Staat das Existenzminimum festgeschrieben.

Wie hoch ist der steuerliche Freibetrag?

Der Grundfreibetrag wird in regelmäßigen Abständen vom Bundeskabinett angehoben. 2017 betrug dieser 8.820 Euro für Alleinstehende und 17.640 Euro für Verheiratete. Für 2018 liegen die Beträge bei 9.000 sowie 18.000 Euro. Die nächste Anhebung steht zum 1. Januar 2019 an.

Steuerzahler müssen den Freibetrag nicht beantragen, er steht allen automatisch zu. Für den Freibetrag werden keine Steuern angesetzt. Sobald das Einkommen über dem Freibetrag liegt, gilt der Eingangssteuersatz, der bei 6 Prozent liegt. Die Prozentsätze steigen gestaffelt an, der Spitzensteuersatz liegt bei 42 Prozent.

Alles, was über dem Freibetrag liegt, wird steuerlich berücksichtigt. Steuerfreibeträge senken also die jährliche Einkommensteuer.

Welche Abzüge kann man bei der Einkommensteuer geltend machen?

Der Gesamtbetrag der Einkünfte wird bei Arbeitnehmern um die Werbungskosten, bei Selbstständigen um die Betriebsausgaben gesenkt. Es werden also nur die Nettoeinnahmen abzüglich Mehrwertsteuern, Betriebsausgaben und Aufwendungen versteuert. Denn diese Ausgaben mindern den Gewinn beziehungsweise das Einkommen. Die Einkommensteuer greift also erst ab dem ersten Euro, der über dem Steuerfreibetrag liegt.

Was können Selbstständige als Betriebskosten abziehen?

Franchisenehmer und Selbstständige können mit ihren Betriebsausgaben ihren Gewinn und somit auch das zu versteuernde Einkommen mindern. Zu den abzugsfähigen Betriebsausgaben zählen:

  • Waren- und Dienstleistungseinkäufe
  • Personalkosten (Gehalt, Lohn)
  • Gewerbliche Mieten
  • Abschreibungen und Aufwendungen für geringwertige Wirtschaftsgüter
  • Kfz- und Fahrtkosten
  • Die Vorsteuer aus Eingangsrechnungen und Belegen
  • Die abgeführte Umsatzsteuer aus Ausgangsrechnungen

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Nicht jeder muss eine Einkommensteuererklärung abgeben, aber jeder darf es! Die Abgabe ist freiwillig, wenn man nicht per Gesetz dazu verpflichtet ist.

Der Staat erhält monatlich von den Arbeitnehmern über den Arbeitgeber die Lohnsteuer, so dass deren Steuerschuld beglichen ist. Diejenigen Steuerzahler, die nicht zur Abgabe verpflichtet sind, erhalten somit eine Steuererstattung. Erst wenn weitere Einnahmen hinzukommen oder verschiedene Steuerklassen kombiniert werden, dann kann eine Abgabe zur Pflicht werden.

Was ist bei der Steuererklärung als Unternehmer zu beachten?

Die Art der Steuererklärung bei einem Unternehmer hängt von der Rechtsform ab, mit der man sich selbstständig gemacht hat. Hierbei gibt es für jede Rechtsform unterschiedliche Regelungen.

Einzelunternehmer und Personengesellschaften reichen eine Steuererklärung für die Einkommensteuer ein. Zudem muss eine Umsatzsteuererklärung eingereicht werden, sofern nicht von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch gemacht wird. Zudem muss eine Steuererklärung für die Gewerbesteuer gemacht werden, es sei denn, es handelt sich um eine freiberufliche Tätigkeit. Werden Mitarbeiter beschäftigt, ist zudem eine Lohnsteueranmeldung nötig.

>> Lesen Sie auch: Kleinunternehmerregelung im Franchise-Glossar

Wann wird die Einkommensteuer fällig?

Selbstständige und Franchisenehmer sollten bereits bei ihrer Gründung die Einkommensteuer bedenken und ausreichend Rücklagen bilden. Die Einkommensteuer wird nämlich nach dem ersten Geschäftsjahr fällig. Die Höhe der Einkommensteuer sollte vorab mit einer professionellen Liquiditätsplanung geschätzt werden, so dass es am Ende keine bösen, finanziellen Überraschungen gibt!

Autor: Redaktionsteam ©