Expansion im Franchise-Glossar

Was bedeutet Expansion?

Der Begriff Expansion stammt aus dem Lateinischen von expandere und bedeutet so viel wie ausdehnen. Die Expansion ist sowohl in volkswirtschaftlicher wie auch betriebswirtschaftlicher Hinsicht relevant.

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Wie kann man Expansion in der Volkswirtschaftslehre verstehen?

In volkswirtschaftlicher Hinsicht bedeutet Expansion Wirtschaftswachstum. Und zwar bleibt die Wirtschaftstätigkeit einer Volkswirtschaft nicht immer gleich, sie ist vielmehr von Zyklen geprägt. Dabei handelt es sich um regelmäßig wiederkehrende Schwankungen, die man als Konjunktur oder aber Konjunkturzyklus bezeichnet. Die Konjunkturphasen lassen sich in folgende Phasen aufteilen:

  • Aufschwung: Diese Phase ist die sogenannte Expansion, wenn die Nachfrage und der Konsum wachsen, die Wirtschaft ausgelastet ist und Investitionen zunehmen.

  • Hochjunktur: Dies stellt den Boom dar, der von Vollbeschäftigung und einer kompletten Auslastung der Unternehmen geprägt ist. In diesem Hoch weisen die Unternehmen hohe Gewinne auf.

  • Abschwung: Die Rezession setzt ein, wenn Gewinne, Investitionen und Arbeitsplätze wieder zurückgehen.

  • Tief: Diese Phase wird auch als Depression bezeichnet. Es gibt kaum Investitionen, weil es schlecht um das Auftragsvolumen bestellt ist. Dies führt zu einer höheren Arbeitslosigkeit und manche Unternehmen stecken sogar in Schwierigkeiten.

Die Wirtschaftspolitik versucht oft gegen die Konjunkturphasen gegenzusteuern. Um bei einer sich abzeichnenden Rezession beispielsweise mit Konsum- und Investitionsanreizen wie Steuererleichterungen die Wirtschaft erneut anzukurbeln.

Was ist mit Expansion in der Betriebswirtschaftslehre gemeint?

Im betriebswirtschaftlichen Bereich geht es primär um das Unternehmenswachstum. In diesem Kontext kann Expansion als Ausbau, Ausdehnung, Steigerung oder Wachstum verstanden werden. So kann ein Unternehmen expandieren, indem es beispielsweise neue Absatzmärkte erschließt, seine Umsätze und Mitarbeiterzahl steigert, neue Filialen eröffnet oder andere Unternehmen aufkauft. Dies geschieht oft durch eine Diversifizierung. Fakt ist, jedes gesunde Unternehmen expandiert. Wichtig ist hier vor allem der Umfang der Expansion und wie man das Projekt angehen möchte.

Eine wichtige Besonderheit bei der Expansion in der Betriebswirtschaftslehre ist, dass es eine interne sowie auch eine externe Expansion gibt. Internes Wachstum äußert sich meist durch eine Steigerung der Marktanteile aus eigener Kraft und eigenem Ideenreichtum. Eine externe Expansion vollzieht sich meist durch Unternehmenskäufe und Fusionen.

Darüber hinaus kann auch eine internationale Expansion von Unternehmen durchgeführt werden, um neue Absatzmärkte im Ausland zu gewinnen. Hier spielte die internationale Expansion der Märkte eine wichtige Voraussetzung für den Freihandel und die Globalisierung.

Folgende Arten von Expansion sind für Unternehmen relevant:

  • Gewinnung neuer Zielgruppen durch Marketingkampagnen
  • Eröffnung neuer Filialstandorte
  • Erschließung neuer Märkte durch eine internationale Expansion
  • Diversifizierung des Produktsortiments durch eigene Forschung, Entwicklung und Innovation oder durch Mergers & Aquisitions (sprich Zusammenschlüsse und Firmenaufkäufe) oder den Erwerb von Lizenzen

Wie geht man bei einer Expansion vor?

Vielen Expansionsentscheidungen werden eher chancenorientiert getroffen. Je nachdem wie sich die Lage am Markt gestaltet, wird daraufhin eine Expansionsstrategie entwickelt, die sich an den Kunden richtet, neue Produkte beinhaltet oder Aussicht auf weitere Marktanteile verspricht, da dies mit einer höheren Rendite einhergeht.

Eine Expansion bedeutet allerdings nicht nur, dass man neue Markteinteile einnimmt, vorab sollte man sich schon darauf einstellen, dass auch die Ausgaben für Marketing, Material und Organisation zunehmen werden. Manchmal müssen daher erst genügend Kapazitäten geschaffen werden, damit die Expansion überhaupt durchgeführt werden kann.

Eine Expansion kann aber auch problemorientiert angegangen werden: So kann es sein, dass ein Unternehmen in seinen etablierten Märkten auf Probleme trifft und diese durch die Expansion in neue Märkte kompensieren möchte. In diesem Fall dient eine Expansion dem Unternehmen dazu, seine Risiken zu minimieren.

Warum expandieren Unternehmen ins Ausland?

Vor allem bei vielen mittelständischen Unternehmen gehört die internationale Expansion zu einem wichtigen Unternehmensziel. Es sprechen zahlreiche Chancen für eine Internationalisierung, allerdings sollten Unternehmen auch die Risiken bei einem solchen Projekt im Auge behalten.

Was spricht für eine Expansion ins Ausland?

  • Die Erschließung neuer Absatzmärkte
  • Eine Kostenersparnis durch Senkung der Arbeits- und Produktionskosten
  • Eine Konjunkturelle Absicherung bei volkswirtschaftlichen Krisen auf dem Heimatmarkt

Davon abgesehen ist ein Unternehmen natürlich bestrebt, auch langfristig global zu wachsen und sich im internationalen Wettbewerb durchzusetzen. Wenn ein Unternehmen eine internationale Expansion anstrebt, so sollte der Umfang dieses Projektes nicht unterschätzt werden: Man sollte sich vorab intensiv mit dem potentiellen Zielland auseinandersetzen und dieses in betriebswirtschaftlicher wie auch rechtlicher Hinsicht kritisch analysieren und bewerten.

Bei Franchisesystemen findet eine internationale Expansion durch die Vergabe einer sogenannten Masterfranchise-Lizenz statt. Im Zuge dessen entwickelt ein heimischer Masterfranchisenehmer mithilfe von sogenannten Sub-Franchisenehmern im Auftrag des Franchisegebers den Heimatmarkt.

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Wie kann man eine Expansion mit Franchising angehen?

Auch für eine Erweiterung des Absatzmarktes im Inland eignet sich Franchising. Das Besondere an der Geschäftserweiterung durch Franchising ist, dass der Franchisegeber – also der Begründer des unternehmerischen Konzeptes – so eine Expansion zu deutlich niedrigeren Kosten realisieren kann, als wenn er selbst in Eigenregie ein Filialnetz aufbauen und betreuen würde.

Beim Franchising ersteht der Franchisenehmer die Markenrechte vom Franchisegeber und kann daraufhin an seinem eigenen Standort das Konzept umsetzen. So wird ein weiterer Betrieb im Namen der Marke eröffnet, ohne dass der Franchisegeber das Risiko für diesen Betrieb übernehmen muss. Denn genau das ist der Vorteil am Franchising: Ein Franchisenehmer nutzt das funktionierende Geschäftskonzept einer etablierten Marke, er führt es jedoch als rechtlich und finanziell eigenständiger Unternehmer an seinem eigenen Standort aus. Das bedeutet auch, dass der Franchisenehmer sämtliche Kosten, die für Investitionen in den Betrieb oder das Personal anfallen, selbst tragen wird.

Die Win-Win-Situation dank Franchising!

Beim Franchising stellt sich daher automatisch eine Win-Win-Situation für beide Franchisepartner ein. Der Franchisenehmer profitiert davon, dass ihm das gesamte systemrelevante Know-How zur Verfügung gestellt wird, ihm beim Unternehmensaufbau unter die Arme gegriffen wird und er meist auch noch in den Genuss von finanziellen Vorteilen durch das Franchisenetzwerk kommt. Der Franchisegeber wiederum kann sein Geschäftskonzept ausweiten und die Anzahl der Filialen wächst – eine Expansion findet statt.

Was hat es mit einer Franchisenehmer-Expansion auf sich?

Eine Franchisenehmer-Expansion findet statt, indem ein Franchisesystem, entweder neue Partner für sich gewinnen kann, die daraufhin weitere Standorte eröffnen, oder aber bereits bestehende Franchisenehmer weitere Franchisebetriebe eröffnen. Die Hauptaufgabe eines Partnermanagers in der Franchisezentrale ist es, neue Franchisepartner für das System zu gewinnen, damit dieses weiter wachsen kann.

Interessierten Franchisenehmern stehen verschiedene Lizenzmodelle zur Verfügung: In der Regel startet ein Franchisenehmer mit einer Einzellizenz und baut einen einzelnen Standort auf. Möchte der Franchisenehmer weitere Standorte eröffnen und expandieren, bietet der Franchisegeber eine sogenannte Multi-Unit-Lizenz an. Dies beinhaltet den Aufbau eines eigenen Filialnetzes in einem bestimmten Gebiet. Wird den Franchisenehmern solch eine Möglichkeit zur Weiterentwicklung gegeben, ist von einer Franchisenehmer-Expansion die Rede.