Finanzierungsplan im Franchise-Glossar

Was ist ein Finanzierungsplan?

Ein Finanzierungsplan ist essentieller Bestandteil einer jeden Gründungsplanung. Er stellt neben einer zündenden Geschäftsidee und dem Businessplan das mitunter wichtigste Instrument für eine erfolgreiche Gründung dar. Der Finanzierungsplan informiert darüber, wo die unterschiedlichen finanziellen Mittel für die Gründung herkommen.

Wozu wird ein Finanzierungsplan benötigt?

Eine saubere finanzielle Planung stellt eine wichtige Voraussetzung dar, um ein Unternehmen überhaupt gründen und erfolgreich am Markt etablieren zu können. Denn im Finanzierungsplan überzeugen die angehenden Gründer die Kreditinstitute und Investoren davon, den Kredit für die Existenzgründung zu bewilligen oder aber sich anteilig als Investor am Unternehmen zu beteiligen.

Ein gut durchkalkulierter Finanzierungsplan als tragende Säule des Unternehmertums

Gerade in der Anfangsphase ist eine detaillierte Planung, was die Finanzierung der Unternehmung angeht, essentiell: Schließlich überleben in Deutschland weniger als die Hälfte aller Gründungen die ersten fünf Geschäftsjahre. Von daher sollten sich angehender Gründer wie auch Franchisenehmer darüber bewusst sein, dass eine saubere Gründungsfinanzierung in der Startphase einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Gründung leisten kann.

Welche Aufgabe hat der Finanzierungsplan?

Einem Finanzierungsplan kommt deshalb eine so wichtige Rolle zu, da für eine Existenzgründung meist die eigenen finanziellen Mittel zur Finanzierung des Unternehmens nicht ausreichen. Bei zahlreichen Gründungen müssen schließlich je nach Art des Business zahlreiche, teure Maschinen gekauft, Material für die Herstellung von Waren angeschafft und die finale Zustellung zum Kunden bewerkstelligt werden. So liegt es in der Natur der Sache, dass eine Unternehmensgründung auf Fremdkapital angewiesen ist, um die Umsetzung des theoretischen Geschäftsmodells überhaupt in der Praxis realisieren zu können. Ohne Kreditgeber, die bei der Finanzierung mit unter die Arme packen, wird es daher schwierig.

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Darüber gibt der Finanzierungsplan Auskunft:

Der Finanzierungsplan gibt daher an, wie hoch die Bestandteile von Eigen- und Fremdkapital sind. Das Eigenkapital besteht in der Regel aus dem Eigentum des angehenden Unternehmers, hierzu zählen Geldmittel, eigene Immobilien, Wertgegenstände oder aber Summen aus Lebensversicherungen. Auch Einlagen von Investoren, die sich an der Umsetzung des Geschäftskonzeptes beteiligen möchten, fallen in den Bereich des Eigenkapitals. Das Fremdkapital besteht in der Regel aus Krediten, Fördermitteln oder Beteiligungen in Form von Risikokapital. Gründungsexperten raten dazu, dass Gründer für das Fremdkapital eine Sicherheit von 15 bis 25 Prozent Eigenkapitalquote aufweisen sollten. Außerdem sollten angehende Gründer die Möglichkeiten im Bereich der Gründungsförderungen und Zuschüssen im Blick behalten. Die örtliche Agentur für Arbeit und die regionalen Industrie- und Handelskammern können hier meist mit umfassenden Informationen zur Seite stehen!

Der Finanzierungsplan gibt den Existenzgründern also Auskunft darüber, wie viel Kapital benötigt wird und inwieweit sich ein Darlehen überhaupt für die Gründung lohnt. Diesem Plan kann entnommen werden, wie hoch die Summe des Fremdkapitals ist und zeigt auf, inwieweit ein Unternehmen überhaupt kreditwürdig ist – und zwar können die Kreditgeber wie auch die Kreditnehmer hier selbst ein eigenes Rating vornehmen.

Diese Mittel eignen sich zur Finanzierung

Die Finanzierung bei einer Gründung besteht aus folgenden drei Mitteln:

  • Eigenkapital:

Je mehr Eigenkapital für eine Gründung aufgebracht werden kann, desto besser. Denn Eigenkapital gilt als eine wichtige Sicherheit und ein essentielles Risikopolster. Dabei gilt: Je mehr Eigenkapital vorhanden ist, desto höher ist auch die Kreditwürdigkeit des Unternehmens. Außerdem sehen es Kreditgeber und Investoren gerne, dass die Gründer bereit sind, ihr eigenes Geld für die Gründung einzusetzen, da dies logischerweise mehr Vertrauen weckt, was in die Unternehmung angeht.

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Wie bereits erwähnt, sind für die meisten Gründungen Fremdkapital in Form von Krediten unerlässlich. Denn oft reicht die Summe an Eigenkapital nicht aus, so dass nachgeholfen werden muss und Bankkredite sind hier das Mittel der Wahl. Hier ist es ratsam, Anfragen bei unterschiedlichen Banken zu stellen und die Kreditkonditionen genau miteinander zu vergleichen! Hier ist nicht nur die Höhe des Kredits entscheidend, auch die Laufzeit und die Höhe der Zinsen spielen eine wichtige Rolle. Auch sollten Gründer darauf achten, dass die Rückzahlung so gewählt wird, dass man über einen ausreichenden, finanziellen Spielraum verfügt und nicht die Existenz des Unternehmens gefährdet.

  • Förderprogramme:

Gründer sollten die Förderprogramme, die es bundesweit gibt, nicht außer Acht lassen! Sowohl der Bund als auch die einzelnen Bundesländer und die KfW bieten hier unterschiedliche Darlehen zu günstigen Konditionen an. Darüber hinaus gibt es auch Zuschüsse, die mitunter nicht einmal zurückgezahlt werden müssen. Es lohnt also, sich zu informieren!

Was umfasst ein Finanzierungsplan?

Der Finanzierungsplan zeigt also auf, aus welchen Mittel die Finanzierung erfolgen soll, sprich: Wie hoch ist die Summe von Eigen- und Fremdkapital? Wer einen Finanzierungsplan erstellt, der sollte allerdings darauf achten, dass die Gründungsfinanzierung den kompletten Kapitalbedarf deckt und darüber hinaus auch ausreichend Kapital für unvorhergesehene Notfälle vorliegt.

Im Finanzierungsplan finden sich die einzelnen Finanzierungsbausteine wieder: Hier werden alle Kosten berücksichtigt, das heißt die monatliche Belastung sowie die Entwicklung des Darlehens bis zum Ende der Finanzierung. All diese Angaben werden inklusive eines Tilgungsplanes übersichtlich dargestellt, so dass der Finanzierungsbedarf ermittelt werden kann. Gründer sollten sich die Mühe machen, die unterschiedlichen Finanzierungsmodelle durchzurechnen und miteinander zu vergleichen. Das macht es möglich, das günstigste und beste Finanzierungsmodell für die eigene Gründung zu finden.

Was sind die Bestandteile eines Finanzierungsplanes?

Für die Erstellung eines Finanzierungsplanes könnten Existenzgründer wie folgt vorgehen, da so sichergestellt wird, dass jeder Gründer optimal auf seine individuelle Situation eingehen kann:

  • Alle relevanten Kosten müssen berücksichtigt werden
  • Der Finanzierungsbedarf wird ermittelt
  • Die einzelnen Finanzierungsbausteine und Darlehensarten werden berechnet
  • Sämtliche Einzelergebnisse sollten zur besseren Übersicht in eine Gesamtdarstellung übernommen werden
  • Die unterschiedlichen Finanzierungsvarianten werden miteinander verglichen
  • Die Fremdmittel sollten detailliert mit einer Finanzierungsübersicht dargestellt werden
  • Eine steuerliche Auswertung des Finanzierungsplans sollte vorgenommen werden
  • Final sollte eine Gesamtanalyse, die auch einen Tilgungsplan umfasst, erstellt werden

Welche Rolle spielt der Finanzierungsplan im Franchising?

Auch beim Franchising sollten angehende Franchisenehmer einen sauberen Finanzierungsplan vorlegen können, da auch bei einer Gründung mit System mitunter hohe Kosten anfallen können. Hier kommt es jedoch immer auf das jeweilige System oder aber die Branche an. Tendenziell sind Gründungen mit einem Gastronomie Franchise teurer als Gründungen von einem Consulting Franchise, was kostengünstig zu Hause im Home Office betrieben werden kann. Darüber hinaus müssen sich Franchisenehmer darauf einstellen, dass sie zur Eröffnung einen Betrieb mit kompletter Erstausstattung einrichten müssen, so dass auch hier mitunter finanzielle Mittel im vier-, fünf- oder sogar sechsstelligen Bereich anfallen können. Auch wenn Franchisegeber meist bei der Erstellung eines Finanzierungs- und Businessplans wie auch beim Herstellen von Kontakten zu Banken und Kreditgebern behilflich sind, sollten sich die Gründer eigenständig und sorgfältig auf die Themen vorbereiten.

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