Firmenname im Franchise-Glossar

Wozu wird ein Firmenname gebraucht?

Der Firmenname spielt eine wichtige Rolle für Unternehmen. Schließlich stellt er die Basis für das gesamte Image eines Unternehmens dar. Er begleitet das Unternehmen, solange wie dieses Bestand haben wird und hat einen erheblichen Einfluss auf den zukünftigen Erfolg des Unternehmens. Der Firmenname ist also mehr als eine reine Formalität, es handelt sich dabei vielmehr um das Aushängeschild eines Unternehmens und beeinflusst, wie es von potentiellen Kunden, Geschäftspartnern und Investoren wahrgenommen wird.

Franchise Glossar Firmenname

Welche Rolle spielt der Firmenname?

Ein Gründer benötigt nicht nur eine pfiffige Geschäftsidee, im nächsten Schritt kommt es auch darauf an, einen passenden Firmennamen zu finden. Dabei sollte der Firmenname sowohl nach innen als auch nach außen eine gewisse Wirkung entfalten: Für den Gründer selbst sollte der gewählte Name das Gründungsvorhaben oder aber die Geschäftsidee zum Ausdruck bringen. Außerdem kann der Firmenname die Ziele, die man sich selbst als Chef setzt, widerspiegeln. Die Wirkung des Firmennamens nach außen betrifft die potentiellen Kunden. Es ist daher entscheidend, welchen Eindruck der Name konkret vermittelt und was sich die Kunden von dem Kontakt mit dem Firmennamen vorstellen. Ist der Firmenname gut gewählt, bleibt er bei den Kunden im Gedächtnis – und genau das stellt die Basis für den unternehmerischen Erfolg dar! Dem Firmennamen kommt also eine Schlüsselrolle bei der Kundengewinnung und der Vermarktung des Unternehmens zu, während er zeitgleich dazu dienen sollte, sich klar von den Wettbewerbern abzuheben.

Firmenname, Unternehmensbezeichnung und Geschäftsbezeichnung – was sind die Unterschiede?

Um Klarheit zu schaffen, sollten diese drei Fachbegriffe zunächst definiert und unterschieden werden:

  • Der Firmenname ist der Name des Unternehmens. Dieser wird im Handelsregister eingetragen, er wird außerdem im geschäftlichen Schriftverkehr, auf Rechnungen und im Impressum auf der Website verwendet. Der Firmenname muss die Rechtsform des Unternehmens beinhalten.

  • Als Unternehmensbezeichnung wird der offizielle Name eines Unternehmens verstanden. Diese wird jedoch nicht im Handelsregister eingetragen. Je nach Rechtsform müssen Gründer besondere Vorschriften und Einschränkungen bedenken.

  • Bei der Geschäftsbezeichnung handelt es sich um einen informellen Namen, der weder die Rechtsform enthält noch in direktem Bezug zum eingetragenen Firmennamen stehen muss. Die Geschäftsbezeichnung spielt eine wichtige Rolle für die Außenkommunikation eines Unternehmens – sprich für das Branding, die Website und das Marketing. Aus diesem Grund ist den Kunden meistens nur die Geschäftsbezeichnung bekannt. Bekannte Beispiele aus der deutschen Wirtschaft wären unter anderem: Bayerische Motoren Werke Aktiengesellschaft als Firmenname und BMW als Geschäftsbezeichnung oder aber die Robert Bosch GmbH, die mit der Geschäftsbezeichnung Bosch bekannt ist.

Welche Besonderheiten sollten bei der Namensfindung bedacht werden?

Bei der Namensfindung gilt es sachliche Bestimmungen je nach Rechtsform des Unternehmens zu beachten. Denn je nachdem, ob es sich bei dem Unternehmen um eine Personen- oder Kapitalgesellschaft handelt, müssen bestimmte Bezeichnungen in den Firmennamen mit aufgenommen werden.

Bei einer Kapitalgesellschaft, also einer Aktiengesellschaft, einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung oder einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) gehört die Rechtsform ans Ende des Firmennamens. Darüber hinaus existieren für Kapitalgesellschaften mehrere Optionen für den Firmennamen. Hier kann eine Personenfirma (wie Stefan Schmidt GmbH), eine Sachfirma (beispielsweise ST Solar Technologie GmbH), eine Fantasiefirma (wie ProductivePeople Aktiengesellschaft) oder aber eine Mischform (zum Beispiel Peter Maier Döner-Imbiss UG (haftungsbeschränkt)) verwendet werden. Bei einer reinen Sachfirma sollte darauf geachtet werden, dass die Bezeichnung nicht zu generell ist, da der Firmenname sonst nicht zulässig ist. Der Firmenname darf darüber hinaus nicht irreführend sein und Begriffe wie Zentrum, Institut, Bank, Bio, Finanz oder Europäisch im Namen enthalten.

Bei einer Personengesellschaft muss zumindest der Nachname im Firmennamen auftauchen. Gründet man eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts muss sogar der volle persönliche Name verwendet werden. Freiberufler können daher einen Kunstnamen nur mit ihrem Eigennamen kombinieren – beispielsweise GraphicDesign Hans Müller. Als Kleingewerbe, Freiberufler, Einzelunternehmen und Personengesellschaft muss man sich nicht ins Handelsregister eintragen, weshalb der Name nur als Geschäftsbezeichnung dient und nicht zusätzlich als Marke oder Firmenname geschützt werden muss.

Was zeichnet einen guten Firmennamen aus?

Die Namensfindung eines Unternehmens stellt eine sehr anspruchsvolle Aufgabe dar. Schließlich sollte ein optimaler Firmenname bestimmte Qualitäten aufweisen, damit er auf sich aufmerksam macht, aus der Masse heraussticht, kreativ und einprägsam ist.

  • Leicht verständlich, eindeutig und bildhaft:

Es ist darüber hinaus essentiell, dass der Firmennamen einfach und verständlich ist, damit potentielle Kunden und Geschäftspartner sich den Namen leicht merken können. Hierzu eignen sich vor allem bildhafte Ausdrücke. Wir können uns diese erwiesenermaßen besser merken, da sie Bilder in unseren Köpfen hervorrufen. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass man sich von alleine erschließen kann, wie man den Namen schreibt und ausspricht. Verständlich bedeutet auch, dass der Firmenname nicht zweideutig ist. Achten Sie außerdem darauf, dass der Firmenname keine negativen Assoziationen hervorruft. Es bietet sich an, einen Namen zu wählen, der neutral ist und im besten Fall direkt den Kundennutzen vermittelt. Der Name sollte nicht zu allgemein sein und zeitgleich die Besonderheiten des Unternehmens hervorheben. Bedient das Unternehmen zukünftig einen spezifischen Zielmarkt, so kann der Firmenname auch durchaus einen Fachbegriff enthalten, der in der Branche bekannt ist.

  • Zeitlos, kreativ und kurz:

Es sollte außerdem beachtet werden, dass eine möglichst zeitlose Kreation verwendet wird, so dass der gewählte Firmenname nicht nur heute, sondern auch noch in Zukunft verständlich ist und die Kunden überzeugt. Entscheidet man sich für einen Firmennamen mit aktuellem Bezug, so ist das vielleicht kurzfristig erfolgreich, allerdings kann der Name in ein paar Jahren vollkommen deplatziert wirken. Ebenso sollten Sie von Abkürzungen absehen: Denn kurz nach einer Existenzgründung ist diese bei Kunden und Geschäftspartnern nicht bekannt, so dass diese nicht erschließen können, wofür genau die Abkürzung steht. Handelt es sich bei dem Firmennamen um eine Wortkreation, die nur aus ein bis zwei Silben oder aber maximal sechs Buchstaben besteht, so sorgt das dafür, dass der Name sehr einprägsam ist. Darüber hinaus wirkt solch ein Firmenname dynamisch, sympathisch und clever und Kunden verbinden ihn automatisch mit einem positiven Image.

  • Zukunftstauglich, erweiterbar und verständlich im Ausland:

Und letztlich sollte auch die Zukunft des Unternehmens bei der Namensfindung bedacht werden: Eignet sich der Firmenname auch, wenn das Unternehmen in Zukunft in das Ausland expandieren möchte und die Kunden eine andere Sprache sprechen? Es gilt also zu prüfen, ob der Name auch für ausländische Märkte taugt. Hier können vor allem Namen mit den deutschen Umlauten Ä, Ö, Ü oder aber ß für Verwirrung sorgen. Zudem sollte darauf geachtet werden, ob der Firmenname erweiterbar ist, wenn beispielsweise das Geschäft auf andere Gebiete ausgedehnt werden sollte.

Wie geht man bei der Namensfindung am besten vor?

Bei der Namensfindung sollten Gründer Schritt für Schritt vorgehen:

  • Die Ziele und Aufgaben des Unternehmens selbst dienen als Inspiration für den Firmennamen:

Zu Beginn der Namensfindung sollten sich die Gründer die Frage beantworten, was das Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens ist, wer zur Zielgruppe gehört und was man mit dem Unternehmen erreichen möchte. Das sollte bereits eine erste Idee für den Firmennamen liefern.

  • Methoden, Generatoren und Tools für die Namensfindung:

Im nächsten Schritt können verschiedene Methoden zur Namensfindung ausprobiert werden. So kann man relevante Wort- und Begriffsfelder genauer zu analysieren, mit Reimen, Begriffspaaren oder Assoziationen arbeiten oder aber ein Mindmap erstellen. Auch das kann helfen, um die Möglichkeiten weiter einzugrenzen. Wenn man sich bei der Namensfindung unsicher ist, sollte man darüber hinaus den potentiellen Namen im Team oder mit Bekannten diskutieren und deren Meinung einholen. Zudem gibt es im Internet zahlreiche Tools und Namensgeneratoren, die zu einer kreativen Namensfindung beitragen können. Helfen diese Inspirationen nicht, dann können Experten, sprich die Kreativschaffenden, damit beauftragt werden: Grafiker, Designer und Kreative stehen Gründern bei allen Fragen im Gestaltungsprozess zur Seite und beraten mit ihrem Fachwissen professionell und umfassend.

  • Die Prüfung des potentiellen Firmennamens:

Ist ein passender Firmenname gefunden, so gilt es zu prüfen, ob der Name nicht die Rechte eines bestehenden Unternehmens verletzt. Das heißt: Gibt es den Namen bereits und ist er vielleicht sogar geschützt? Eine Kollision mit den Namensrechten Dritter sollte vermieden werden! Kommt im Nachhinein heraus, dass der Firmenname bereits vergeben ist, muss man mit teuren Klagen rechnen und den Namen ablegen.

Um die Verfügbarkeit des Firmennamens zu prüfen, sollten Google sowie gängige Datenbanken durchforstet werden. Hierzu zählen das Unternehmensregister beziehungsweise der Bundesanzeiger, das Deutsche Marken- und Patentamt (DPMA) sowie das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO). Auch die IHK kann überprüfen, ob der Firmenname bereits im Register des Amtsgerichtes vergeben ist – und zwar bundesweit.

Außerdem sollten weitere Medien und Verzeichnisse durchforstet werden: Im Google PlayStore und bei iTunes sollte gecheckt werden, ob es eventuell Apps mit demselben oder einem ähnlichen Namen gibt. Auch die Sozialen Medien sollten überprüft werden: Gibt es bei Instagram oder YouTube bereits einen User mit demselben Namen?

  • Wie steht es um die Domainverfügbarkeit des Firmennamens?

In der heutigen Zeit benötigt ein Unternehmen eine Internetpräsenz, um auch im Netz für die Kunden erreichbar zu sein. Aus diesem Grund steht im nächsten Schritt der Check an, ob die Domain für den Firmennamen im World Wide Web noch frei ist. Da Domains einzigartig sind und nur einmal vergeben werden, ist es unabdingbar, dass diese bisher noch nicht anderweitig gesichert wurde!

Wie kann man einen Firmennamen schützen lassen?

Auch der Firmenname lässt sich wie die gewerblichen Schutzrechte oder aber Erfindungen, Markennamen oder Gebrauchsmuster schützen. Indem der Firmenname als Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) oder dem Europäischen Patentamt registriert wird, lässt er sich schützen. In diesem Fall erstrecken sich die Schutzrechte auf zehn Jahre, wobei sie gegen Aufpreis zeitlich unbegrenzt verlängerbar sind. Die Kosten für die Eintragung betragen rund 300 Euro.

Kapitalgesellschaften und Kaufleute müssen sich ohnehin im Handelsregister eintragen lassen, was ihren Firmennamen automatisch schützt – wobei dieser Schutz nicht mit dem vollumfänglichen Patentschutz verglichen werden kann. Unternehmer können aber daraufhin den Schutz ihres Firmennamens gegenüber ähnlich lautenden Namen geltend machen.

Beim Thema Namensrechte kommt es ferner zur Überschneidung mehrerer Rechtsgebiete. Das Bürgerliche Gesetzbuch, das Markenrecht, das Handelsgesetzbuch und das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb spielen eine Rolle, wenn es um die Namensrechte geht. Wird die Namensfindung mit Schutzrechten besiegelt, dann kann kein Konkurrent mehr den Firmennamen streitig machen.

Was muss bei der Änderung des Firmennamens bedacht werden?

Die verschiedensten Gründe können einen Namenswechsel bewirken. Jedoch ist die Änderung des Firmennamens mit einem erheblichen Aufwand und hohen Kosten verbunden. Schließlich müssen sich Kunden und Geschäftspartner an den neuen Firmennamen gewöhnen und das Image muss neu aufgebaut werden. Aus diesem Grund sollte man bei der initialen Namensfindung sehr gründlich nachdenken und sich für den Prozess Zeit lassen, damit der gewählte Firmenname auch tatsächlich dauerhaft Bestand hat.

Welche Gründe sprechen für einen Wechsel des Firmennamens?

  • Wurde nicht hinreichend geprüft, ob der Firmenname schon vorhanden ist, und gibt es bereits ein Unternehmen mit dem gleichen oder einem sehr ähnlichen Wortlaut, so ist eine Namensänderung nötig. Die Ansprüche des anderen Unternehmens sind nämlich älter. Verwendet man einen geschützten Namen, kann es außerdem zur Unterlassungsklage und Schadensersatzforderung kommen.
  • Der Schwerpunkt des Unternehmens hat sich geändert, so dass der Firmenname nicht mehr passt.
  • Wurde anfangs ein Firmenname gewählt, der unpassend ist, für Verwirrung sorgt oder zu kompliziert ist und immer wieder falsch geschrieben wird, dann kann auch dies ein Grund für eine Änderung sein.
  • Negative Schlagzeilen oder Meinungen über ein Unternehmen können zu einer Namensänderung führen.
  • Ein weiterer Grund ist, wenn ein Firmenname beispielsweise zu regional ausgerichtet oder unpassend für eine Expansion ins Ausland ist.

Welche Risiken gehen mit der Umbenennung des Unternehmens einher?

Wird der Firmenname geändert, bedeutet das, dass man mit dem neuen Namen bei null anfangen muss. Die bisher aufgebaute Bekanntheit kann größtenteils verloren gehen, es kann außerdem zum Kundenverlust kommen, so dass eine Namensänderung finanziell durchaus schmerzhaft sein kann. Darüber hinaus muss auch bedacht werden, dass die gesamten Marketing-Kanäle neu aufgezogen werden müssen. Das beinhaltet die Website, die Social Media Präsenz, die Geschäftsunterlagen, etc. Als Unternehmer sollte man den Aufwand und die Kosten nicht unterschätzen und darauf vorbereitet sein, dass eine Namensänderung den wirtschaftlichen Erfolg belasten kann!

Im Zuge der Namensänderung kann die generelle Ausrichtung des Unternehmens überdacht und geprüft werden, so dass automatisch weitere Fehler oder Fehlentwicklungen ausgemerzt werden oder aber das Sortiment geändert wird. So macht es durchaus Sinn, eine Namensänderung mit der Änderung des Logos oder aber der Einführung eines neuen Slogans zu kombinieren. Außerdem sollte überprüft werden, ob die Unternehmensphilosophie und die Corporate Identity noch zeitgemäß und passend sind.

Wie kommuniziert man die Änderung des Firmennamens?

Für die Bekanntmachung des neuen Firmennamens muss ein Einzelunternehmer aus rechtlicher Sicht nichts machen, da ein Firmenname nur ein freiwilliger Zusatz zum eigenen Namen ist. Bei Kapitalgesellschaften sieht es anders aus: Hier sind kostenpflichtige Änderungen nötig und es bietet sich an, sich an einen Notar zu wenden. Darüber hinaus sollten auch Lieferanten und Bestandskunden über die Namensänderung informiert werden. Dies kann durch eine direkte Kontaktaufnahme oder aber eine intensive Marketingarbeit geschehen.

Eva Tegeder, Punkt Franchise ©

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