GbR im Franchise-Glossar

Was ist eine GbR?

Die Abkürzung GbR steht für Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Hierbei handelt es sich um eine Rechtsform für Unternehmen. Diese Art von Gesellschaft gehört zu den Untergruppen der Personengesellschaften, die im Bürgerlichen Gesetzbuch in den §§ 705 - 740 geregelt ist.

gbr franchise brille

Warum gründet man eine GbR?

Bei der GbR handelt es sich um die einfachste Art der Personengesellschaft, da sie am schnellsten und ohne aufwändige Formalitäten gegründet werden kann: Mindestens zwei natürliche oder juristische Personen sind nötig dazu. Diese schließen sich zusammen, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen oder einen bestimmten Zweck zu erfüllen. Mithilfe eines Gesellschaftsvertrages verpflichten sich die Gründer, diesen Zweck zu fördern.

Wie gründet man eine GbR?

Die Gründung ist einfach und unbürokratisch: Die Gesellschafter haben sich nur auf einen gemeinsamen Zweck zu einigen und einen Gesellschaftsvertrag abzuschließen. Der Vertrag kann mündlich, per Handschlag oder schriftlich abgeschlossen werden. Es wird jedoch empfohlen, einen schriftlichen Vertrag notariell beglaubigen zu lassen. So würden klare Vereinbarungen getroffen, auf die man sich im Falle von Streitigkeiten berufen kann. Wer mag, kann den Vertrag von einem Anwalt prüfen lassen, um sich so juristisch abzusichern.

Darüber hinaus ist kein Mindestkapital für die Gründung einer GbR nötig. Und zwar liegt das daran, da alle Gesellschafter persönlich haften.

Die Besonderheiten einer GbR – die Vor- und Nachteile auf einen Blick!

Der große Vorteil an einer GbR ist die unkomplizierte Gründung. Nach Abschluss des Gesellschaftsvertrages ist die GbR gegründet. Bevor sie nun ihre gewerbliche Tätigkeit aufnehmen kann, müssen die Gesellschafter ihre GbR noch beim Gewerbeamt anmelden. Daraufhin wird sich das Finanzamt für die steuerliche Erfassung bei den Gründern der GbR melden und diesen einen neue Steuernummer zuteilen.

Ein weiterer Vorteil ist die einfache Buchhaltung einer GbR. Denn die Gesellschafter sind nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet, es reicht eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung – auch als EÜR bekannt. Sollte die GbR Angestellte beschäftigen, ist zusätzliche eine Lohnbuchhaltung nötig.

Es ist kein Mindestkapital zur Gründung der GbR nötig, was Fluch und Segen zugleich ist! Der Vorteil daran ist, dass die Gründung so unkompliziert geschehen kann, da keine Kapitaleinlage benötigt wird. Allerdings liegt das auch nur daran, da alle Gesellschafter persönlich mit ihrem Privatvermögen haften. Wenn eine Unternehmung von einem hohen Risiko gekennzeichnet ist, sollte diese aufgrund der Haftung besser nicht als GbR eingetragen werden.

Die Haftung ist der große Nachteil einer GbR: Die Gesellschafter haften für die Verbindlichkeiten der GbR gemeinsam und unbeschränkt mit ihrem Privatvermögen. Die Haftung erstreckt sich weiter als bei anderen Unternehmensformen. Die Verbindlichkeiten erstrecken sich auf Geschäftsvermögen und Privatvermögen der Gesellschafter, man haftet persönlich und unbeschränkt. Selbst nach Ausscheiden aus der GbR, haften die Gesellschafter noch bis zu fünf Jahre lang für Verbindlichkeiten der GbR. Hier bietet es sich an, die Haftung von Vornherein vertraglich anderweitig zu regeln.

Wie kann man eine GbR auflösen?

Rechtlich gesehen lässt sich eine GbR nur aus folgenden drei Gründen auflösen – daher sollten Gründer bereits der Gründung diese Dinge bedenken:

  1. Der Gründungszweck der GbR kann nicht erreicht werden oder aber er ist erfüllt worden.
  2. Die GbR ist insolvent.
  3. Einer der Gesellschafter scheidet durch Tod aus.

Es bietet sich also an, im GbR-Vertrag auf solche Regelungen einzugehen, die mit dem Tod oder der Insolvenz zu tun haben. So kann eine plötzliche Auflösung verhindert werden.

Wie findet die Liquidation einer GbR statt?

Wird eine GbR aufgelöst, findet eine Liquidation statt. Diese kann vertraglich geregelt werden. Ist dem nicht so, greift hier das Gesetz: Demnach müssen alle laufenden Geschäfte noch abgewickelt werden. Ebenso gilt es, alle Schulden zu tilgen. Im nächsten Schritt werden die Kapitaleinlagen der Gesellschafter erstattet und das verbleibende Vermögen aufgeteilt.

Was muss bei der Gründung einer GbR beachtet werden?

Wenn eine GbR gegründet wird, darf diese keinen Zweck erfüllen, der nur mit dem Handelsgewerbe zu tun hat. Der Zweck einer GbR darf nicht kaufmännischer Natur sein. Ist dem doch so, würde die GbR in eine offene Handelsgesellschaft, eine sogenannte oHG, umgewandelt werden müssen. Dies geschieht durch den Eintrag ins Handelsregister.

Die GbR wird also nicht im Handelsregister eingetragen. Ferner wird sie auch nicht als Firma geführt – denn diese Bezeichnung ist nur für Kaufleute vorbehalten. Eingetragene Firmen unterscheiden sich insofern von einer GbR, da diese mehr Freiheit bei der Unternehmensbezeichnung haben und dem Handelsgesetzbuch folgen.

Die GbR hat also keinen Firmennamen, sie trägt aber eine Geschäftsbezeichnung als Unternehmensnamen, der den Zusatz GbR enthält. Der Name des Unternehmens enthält die Namen der Gründer mit dem Zusatz GbR – wer mag, kann noch den Unternehmenszweck hinzufügen: Schmitz und Jansen GbR Abfallentsorgung.

Ebenso ist es nicht zulässig, eine GbR mit beschränkter Haftung zu gründen. Eine Haftungsbeschränkung ist nur möglich, wenn ein Eintrag im Handelsregister vorliegt. Allerdings tritt die Gesellschaft ab dann als offene Handelsgesellschaft auf. Ihr werden somit neue Rechten und Pflichten zuteil und sie hat strengeren Regelungen zu folgen!

>> Lesen Sie auch: Selbstständig mit Franchise: Werden Sie Ihr eigener Chef und mindern Sie Ihr Risiko als Gründer

Wie funktioniert die Geschäftsführung einer GbR?

Laut Gesetz obliegt die gemeinschaftliche Geschäftsführung allen Gesellschaftern. Darüber hinaus wird zwischen Geschäftsführung und Vertretung unterschieden. Denn während sich der Geschäftsführer um das Innenverhältnis kümmert, ist der Vertreter für das Außenverhältnis zuständig. Die Aufgabenbereiche im Innenverhältnis umfassen die Korrespondenz, die Buchführung, die Produktion, etc. Das Eingehen von Verpflichtungen im Namen der GbR geschieht durch den Vertreter im Außenverhältnis.
Aufgrund der gemeinschaftlichen Geschäftsführung müssen bei jedem Rechtsgeschäft alle GbR-Geschäftsführer anwesend sein und die Verträge gemeinsam unterzeichnet werden. Aus diesem Grund wird oft vorab eine Betragshöhe vertraglich festgelegt, bis zu der ein Gesellschafter im Alleingang Verträge unterzeichnen kann.

Für wen ist die Gründung einer GbR attraktiv?

Die Gründung einer GbR ist für Gewerbetreibende und Freiberufler zugleich interessant. Freiberufler schließen sich meist zu einer GbR zusammen, um eine Gemeinschaftspraxis oder eine Anwaltssozietät zu gründen. GbR sind zudem auch für Projektgemeinschaften, Joint-Ventures oder Arbeitsgemeinschaften attraktiv.

Oft wird das Modell der GbR genutzt, um später eine GmbH zu gründen. Der Vorteil ist hier, dass zunächst keine Kapitaleinlagen für die Gründung notwendig sind. So gründen die Gesellschafter erst einmal eine GbR und nutzen später dann das verdiente Geld, um daraus eine GmbH – eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung – zu machen.

Alternativen zur Gründung einer GbR?

Eine weitere Alternative mit niedrigem Startkapital wäre die Unternehmergesellschaft UG oder eine Mini-GmbH – beide verfügen ebenso über eine beschränkte Haftung. Für die Gründung müssen die Gesellschafter nur einen minimalen Betrag zahlen, allerdings muss eine Unternehmergesellschaft jährlich eine gesetzliche Rücklage von 25 Prozent des Jahresüberschusses vor Verlustabzug bilden. Dadurch soll langsam aber sicher Startkapital aufgebaut werden, was für die Gründung einer GmbH nötig ist. Sobald 25.000 Euro erreicht worden sind, findet die Umwandlung in eine GmbH statt.

>> Informieren Sie sich hier: Unternehmergesellschaft im Franchise-Glossar 

Autor: Redaktionsteam ©