Investitionsplan im Franchise-Glossar

Was ist ein Investitionsplan?

Der Investitionsplan ermittelt den Kapitalbedarf einer Investition oder Existenzgründung für ein Unternehmen in einer festgelegten Periode. Diese Planungsperiode kann kurz-, mittel- oder langfristiger Natur sein. Dabei spielt der Investitionsplan entweder eine Rolle bei der Existenzgründung und stellt somit einen wichtigen Teil im Businessplan dar oder aber er bildet die Grundlage für die weitere wirtschaftliche Expansion eines Unternehmens, wenn hierzu eine Kreditwürdigkeitsprüfung durch eine Bank nötig sein sollte. Der Investitionsplan ist daher ein wichtiger Teil des Wirtschaftsplanes eines Unternehmens.

Wozu dient der Investitionsplan?

Der Investitionsplan spielt in zweierlei Hinsicht eine Rolle: Zum einen sollte ein Investitionsplan erstellt werden, wenn ein Unternehmen die Anschaffung eines Wirtschaftsgutes plant, zum anderen sollte ein Investitionsplan aber auch für jede Existenzgründung erstellt werden.

Wenn in einem existierenden Unternehmen die Anschaffung eines größeren Wirtschaftsgutes ansteht, was dauerhaft im Betrieb zum Einsatz kommen wird, also Maschinen, Fertigungsanlagen, weitere Einrichtungen aber auch immaterielle Gegenstände wie Lizenzen, so sollte ein Investitionsplan erstellt werden. Denn Anschaffungen in dieser Größe sollten genau kalkuliert werden, auch der Zeitraum für die Investition sollte klar definiert und festgelegt werden. Man sollte dem Investitionsplan klar entnehmen können, wann welcher Betrag fließen wird und für wie lange die Nutzungsdauer der Anschaffung angesetzt wird. Außerdem sollte bereits an die Zukunft gedacht werden: Sie sollten ebenfalls die Abschreibungsregeln für die Folgejahre im Kopf haben, damit Sie direkt die Grundlagen für den Abschreibungsplan erfasst haben.

Handelt es sich um eine Existenzgründung, so fließen diese Zahlen in den Businessplan, um sich über die vorausberechneten Anlaufkosten einer Gründung einen detaillierten Überblick zu machen. Darüber hinaus spielt der Investitionsplan allerdings auch eine Rolle für die Expansion eines Unternehmens sollte hierzu weiteres Kapital von einem Kreditgeber benötigt werden. Und zwar führt das Unternehmen zu diesem Zwecke seine beabsichtigten Investitionen auf und präsentiert der Bank die Notwendigkeit der Kapitalbeschaffung transparent und überzeugend.

Was für Arten von Investitionen gibt es?

In der Betriebswirtschaft werden Investitionspläne aufgestellt, wenn eine der folgenden Investitionsentscheidungen anstehen:

  • Erstinvestition: Es ist von einer Erstinvestition die Rede, wenn alle betriebsnotwendigen Vermögensgegenstände initial im Rahmen einer Existenzgründung angeschafft werden.
  • Ersatzinvestition: Sollte im Laufe der Zeit im Betrieb ein Vermögensgegenstand durch einen neuen ersetzt werden, dann wird dies als Ersatzinvestition bezeichnet.
  • Rationalisierungsinvestition: Können Kosteneinsparungen aufgrund von Investitionen erzielt werden, dann haben wir es mit einer Rationalisierungsinvestition zu tun.
  • Erweiterungsinvestition: Soll die Geschäftstätigkeit des Betriebes erweitert werden, müssen oft weitere Vermögensgegenstände angeschafft werden. In diesem Fall sprechen wir von einer Erweiterungsinvestition.

Wie hängen der Investitionsplan und der Finanzplan zusammen?

Ein Investitionsplan steht immer im engen Zusammenhang mit der Finanzplanung, da in diesem Dokument die Finanzierungsmöglichkeiten von Investitionen untersucht werden, während man bemüht ist, diese zur günstigsten Finanzierung zu realisieren. Ein Investitionsplan ist nicht nur Teil eines umfassenden Finanzplanes in einem Businessplan, er stellt darüber hinaus auch einen Leitfaden für das gesamte Finanzierungsvorhaben dar. Wenn man so will, ist der Investitionsplan eine wichtige Voraussetzung für die Kapitalbeschaffung. Sollten Sie auf Fremdkapital zur Umsetzung der Existenzgründung angewiesen sein, so ist es umso entscheidender, dass Sie Ihren potentiellen Kapitalgebern einen klaren Überblick über Ihre Finanzplanung geben können. Schließlich wird ein Investitionskredit nur dann gewährt, wenn der Geldgeber nachvollziehen kann, wofür Sie die Fremdmittel benötigen.

Außerdem spielt die Absatzplanung beziehungsweise die Produktionsplanung eines Unternehmens eine wichtige Rolle, wenn es um das Tätigen von Investitionen geht. Und zwar sind Investitionen in Maschinen zur Verbesserung der Produktionsstruktur durch eine Rationalisierung oder aber eine Modernisierung von Geräten vor allem dann sinnvoll, wenn die Absatzplanung von einer erhöhten Absatzerwartung ausgeht.

Warum gehören Investitionsplan und Businessplan zusammen?

Ein Investitionsplan ist essentieller Bestandteil eines Finanzplans und er sollte deshalb auch im Businessplan Berücksichtigung finden. Achten Sie darauf, dass hier auch die Betriebsmittel aufgeführt werden. So stellen Sie sicher, dass Ihre Existenzgründung auch wirklich sauber kalkuliert wird. Denn während der Investitionsplan lediglich die einmaligen Kosten in der Gründungsphase umfasst, sollten Sie im Businessplan auch auf Ihren Betriebsmittelplan eingehen. Zu den Betriebsmitteln zählen Posten wie die Personalkosten, die Miete, Pacht oder das Leasing für die gewerbliche Immobilie, die Ausgaben für Strom, Wasser, Gas und Heizung, Markterschließungskosten für Werbung und Marketing, Kosten für Büromaterial sowie Telefon, Fax und Internet, Versicherungen, Reisekosten, Beratungshonorare für Rechtsanwälte oder Steuerberater, etc. Nur wenn der gesamte Kapitalbedarf richtig ermittelt wird, kann eine Gründung wirtschaftlich sauber gelingen. Addieren Sie deshalb die Investitionssumme, die Sie im Investitionsplan ermittelt haben, mit der Summe der laufenden Kosten im Betriebsmittelplan.

Woraus besteht ein Investitionsplan?

Drei Elemente sind wichtig, wenn es um die Erstellung eines Investitionsplanes geht:

  • Zum einen sollte hier das Anlagevermögen aufgelistet werden. Hierunter fallen alle Investitionen in Sachwerte und Wertgegenstände, die länger als ein Jahr genutzt werden. Dies umfasst immaterielle Vermögensgegenstände wie Lizenzen, Schutzrechte oder Anzahlungen, Sachanlagevermögen wie Immobilien oder Maschinen, aber auch Finanzanlagevermögen wie Wertpapiere, Aktien oder Firmenbeteiligungen. Das gesamte Anlagevermögen sollte tabellarisch aufgelistet werden.
  • Zum anderen spielt auch das Umlaufvermögen eine Rolle im Investitionsplan. Beim Umlaufvermögen handelt es sich um das Vermögen, was für den raschen Verbrauch, zur Verarbeitung oder Rückzahlungen verwendet wird. Dies umfasst daher alle vorgesehenen Kosten, die sowohl den Einkauf, die Unterhaltung des Betriebes sowie das Personal umfassen.
  • Und letztlich geht es darum, diesen gesamten Planungszeitraum einzugrenzen. Handelt es sich hier um kurz-, mittel- oder langfristige Investitionen?

Wie sieht der Aufbau und Inhalt eines Investitionsplans für Existenzgründer aus?

Ein Investitionsplan sollte aus zwei Teilen bestehen: Zum einen aus einer Liste aller Investitionsgüter, zum anderen aus einer Liste aller Kosten als Preise. Da es sich hierbei um viele Zahlen handelt, bietet es sich an, den Investitionsplan in tabellarischer Form anzulegen.

Im ersten Teil sollten alle notwendigen und geplanten Investitionsgüter vom Anlage- sowie Umlaufvermögen aufgelistet und genau beschrieben werden. Führen Sie hier die Eigenschaften des jeweiligen Investitionsobjektes auf, damit die Leser des Investitionsplanes verstehen, worum es sich handelt und zu welchem Zwecke es benötigt wird.

Hier sollten also alle Mittel aufgeführt werden, die notwendig sind, damit die Gründung auch tatsächlich zum Break-Even-Point realisiert werden kann – oder aber die Expansion des Geschäfts erfolgreich durchgeführt werden kann.

Im zweiten Teil sollten Sie alle voraussichtlichen Kosten und Preise aufführen, die für die Investitionsgüter anfallen. Damit dies möglichst sauber geschehen kann, bietet es sich an, zu diesem Zweck vorab Preisangebote sowie Preis-Alternativen einzuholen – nur so lassen sich wirtschaftlich kluge Entscheidungen treffen. Außerdem sollten Sie hier auf die geplanten beziehungsweise möglichen jährlichen Abschreibungen und die erwartete Wertminderung der Investitionsgüter eingehen. Nennen Sie also den Zeitpunkt der Anschaffung und erläutern Sie, wie die Investition über die nächsten Jahre abgeschrieben wird. Hier bietet sich an, ein Abschreibungstableau an den Investitionsplan anzuhängen.

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