KfW im Franchise-Glossar

Wer ist die KfW Bank?

Die Abkürzung KfW steht für Kreditanstalt für Wiederaufbau. Die KfW Bank hat ihren Sitz in Frankfurt am Main, sie ist die größte Förderbank Deutschlands und allein ihrer Bilanzsumme zu urteilen die drittgrößte deutsche Bank. Darüber hinaus gilt sie auch global gesehen als größte nationale Förderbank. Seit ihrer Gründung hat die KfW rund 1,7 Billionen Euro in Form von Darlehen vergeben.

Sie ist für ihre zinsgünstigen Förderkredite bekannt, die vor allem für Existenzgründer, Selbstständige und Unternehmen interessant sind. Aus diesem Grund ist die KfW auch relevant für das Franchising, da angehende Franchisenehmer dank der Förderprogramme und Zuschüsse ihre eigene Existenzgründung in finanzieller Hinsicht besser realisieren können.

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Was ist der geschichtliche Hintergrund der KfW Bank?

Die KfW Bank wurde 1948 als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet. Dem Bundesministerium der Finanzen unterliegt die Rechtsaufsicht über die KfW. Rechtlich gesehen fußt die Förderbank auf dem Gesetz über die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Die KfW Bank ist die Muttergesellschaft der KfW Bankengruppen, zu der die Töchtergesellschaften DEG, KfW IPEX-Bank und FuB gehören.

Die Entwicklung der KfW war eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland in der Nachkriegszeit verbunden. So war die Bank gesetzlich damit beauftragt den Wandel in Deutschland, Europa und der Welt voranzutreiben.

In welchen Bereichen stellt die KfW Bank Fördermittel zur Verfügung?

In den sieben Jahrzehnten seit ihrer Gründung hat die KfW Bank ihre Geschäftsbereiche nachhaltig ausbauen und festigen können. Einer der ältesten Geschäftsbereiche stellte die Exportfinanzierung dar, so dass die KfW sich von Anfang an zur Aufgabe machte, Ausfuhrgeschäfte zu finanzieren. In einem nächsten Schritt engagierte sich die KfW mit einzelnen, weltweit verstreuten Finanzierungen. Und zwar waren dies vor allem Projekte, die von der Regierung als sinnvoll betrachtet wurden. Daraus entstand später dann die Kapitalhilfe für Entwicklungsländer als ein weiteres Geschäftsfeld.

Da der Mittelstand das Rückgrat der deutschen Wirtschaft darstellt, fing die KfW an, den Mittelstand vor allem auch in strukturschwachen Gebieten zu fördern. Ein weiteres Geschäftsfeld der KfW ist die Wohnbauförderung, die vor allem im Nachkriegsdeutschland eine wichtige Rolle einnahm. Aus diesem Grund vergibt die KfW auch günstige Finanzierungsmittel im Bereich Wohnbau.

Auch die Umwelt wurde immer wichtiger, so dass die KfW als erstes deutsches Förderinstitut im Bereich Umweltschutz aktiv wurde und Maßnahmen finanzierte. Nach dem Mauerfall stand der Aufbau Ost auf dem Programm, der mit der Sanierung der kommunalen Infrastruktur und der Modernisierung des Wohnungsbestandes einherging.

Was für Fördermittel bietet die KfW Bank?

Bei den Förderprogrammen handelt es sich um unterschiedliche Fördermittel und Zuschüsse, die eine Gründungs- und Unternehmensfinanzierung möglich machen. Die Förderprogramme umfassen Fördermittel in Form von Darlehen, Zuschüsse für Existenzgründungen, Krisenberatung für Unternehmen sowie Beteiligungskapital.

Wie kann man Fördermittel von der KfW beantragen?

Den Antrag auf Fördermittel stellt man über die eigene Hausbank, denn die KfW setzt auf das sogenannte Hausbankprinzip. Und zwar liegt das ganz einfach daran, dass die KfW Bank über kein eigenes Filialnetz verfügt. Anders sieht es da bei den Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Geschäftsbanken aus, die deshalb zum Hauptvertriebspartner der bundesweit tätigen KfW geworden sind. Der Vorteil an dem Hausbankprinzip ist, dass sich die Bank und der Kreditnehmer schon kennen und ein gewisses Vertrauensverhältnis besteht. Das erleichtert die Kreditentscheidung sehr. Die Hausbank nimmt die Prüfung des Kreditnehmers vor, beurteilt seine Bonität und die Wirtschaftlichkeit seiner Pläne. Möchte die Hausbank das Vorhaben begleiten, so stellt sie den Antrag bei der KfW. Wenn daraufhin auch die KfW den Kredit bewilligt, leitet die Hausbank die finanziellen Mittel an den Kunden weiter. Der Vorteil an dieser Vorgehensweise ist, dass sich der Kreditor – also der Gläubiger – und der Debitor – der Schuldner – bereits kennen, was die Kreditentscheidung erleichtert. Zeitgleich kann der Kreditnehmer aber von den günstigen Krediten der Staatsbank profitieren. Da die Fördermittel mit staatlichen Mitteln verbilligt wurden, kann die KfW günstigere Zinsen gewähren, wodurch der Kreditnehmer bares Geld sparen kann.

Wenn man als Gründer oder angehender Franchisenehmer von einem der Förderprogramme profitieren möchte, ist es wichtig, dass der Antrag stets vor Beginn der Maßnahme eingereicht wird.

Inwieweit ist die KfW Bank für das Franchising relevant?

Für jede Gründung bedarf es ausreichend Kapital, um das Projekt auch tatsächlich realisieren zu können. Der große Vorteil beim Franchising ist, dass die Franchisenehmer vom Franchisegeber ein funktionierendes Geschäftskonzept einer Marke erhalten, die sich bereits am Markt bewähren und etablieren konnte. Ebenso erhalten sie umfassende Unterstützung beim Unternehmensaufbau, weshalb eine Gründung mit Franchising das unternehmerische Risiko senkt. Aus diesem Grund gestaltet sich auch die Finanzierung einfacher als es bei einer herkömmlichen Gründung der Fall ist: Kreditgeber und Banken wissen darum und lassen sich eher dazu bewegen, dass sie Franchisenehmern Kredite gewähren. Aber abgesehen von der klassischen Fremdkapitalfinanzierung über Kredite von den herkömmlichen Banken können Franchisenehmer auch andere Fördermittel in Anspruch nehmen – denn Fördermittel sind nicht von der Unternehmens- oder Vertriebsform abhängig. Auch Franchisenehmer qualifizieren sich wie herkömmliche Einzelunternehmen und Selbstständige deshalb für Unterstützungen vom Staat. Bei einem Franchisenehmer handelt es sich schließlich auch um einen finanziell und rechtlich eigenständigen Unternehmer.

Was ist der Unterschied zwischen Fördermitteln und Gründungskrediten?

Bei Fördermitteln handelt es sich um Kredite aus der öffentlichen Hand, die auf eine Gründungsförderung abzielen. Wer einen Förderzuschuss erhält, der profitiert von günstigen Konditionen, was die Tilgung und Verzinsung angeht. Gewisse Gründerzuschüsse müssen sogar nicht einmal zurückgezahlt werden. Daher sind Fördermittel wie auch die von der KfW hilfreich für eine Gründungsfinanzierung, da sie einen Teil der Investitionssumme abdecken – und das zu attraktivsten Konditionen!

Auch sogenannte Förderkredite oder -darlehen werden von der KfW angeboten. Sie sind so angelegt, dass sie mitunter mit tilgungsfreien Fristen einhergehen, so dass den Gründern vor allem in der Startphase mehr Zeit für bessere Liquiditätsbedingungen eingestanden wird.

Ähnlich wie bei Bankkrediten müssen die Geldgeber natürlich zunächst einmal von dem Gründungsprojekt überzeugt werden. Hierzu sollte in der Regel ein Businessplan eingereicht werden, aus dem die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Geschäftsidee hervorgeht. Hieraus sollte auch eine detaillierte Finanzierungsplanung hervorgehen.

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Welche Fördermittel bietet die KfW Existenzgründern?

Die KfW Bank bietet verschiedene Gründungskredite an, die mit einer prozentualen Haftungsfreistellung der Hausbank eingehen. Je nach Fördermittel oder Kredit können sich Existenzgründer, Freiberufler, Franchisenehmer oder aber kleine Unternehmen, die noch nicht länger als fünf Jahre bestehen, für die unterschiedlichen Programme qualifizieren.

Darüber hinaus bietet die KfW auch Gründercoachings und Runde Tische an, wo zukünftige Unternehmer oder aber krisengeschüttelte Unternehmer Beratungsleistungen erhalten. Zudem gibt es auch Förderprogramme, die selbst Beratungen vor der aktuellen Gründung mit einem Zuschuss fördern.

Als angehender Franchisenehmer sollte man sich daher auf jeden Fall über die unterschiedlichen Programme und Fördermöglichkeiten durch die KfW Bank informieren, da sich so bares Geld sparen lässt.

Eva Tegeder, Punkt Franchise ©

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