KMU im Franchise-Glossar

Was ist die Definition von KMU?

Die Abkürzung KMU steht für kleine und mittlere Unternehmen. Bei dieser Bezeichnung handelt es sich um eine größenabhängige Abgrenzung zu großen Unternehmen und Konzernen. Diese Einordnung schaut in erster Linie auf quantitative Elemente wie die Anzahl der Mitarbeiter, den Umsatz und die Bilanzsumme. Die gewählte Rechtsform oder Eigentümerstruktur des Unternehmens wird bei dieser Kategorisierung außer Acht gelassen. Als internationale Bezeichnung hat sich small and medium-sized enterprise (SME) durchgesetzt.

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Was sind KMU Betriebe?

In Deutschland zählen rund 3,6 Millionen Unternehmen zu den KMU. Das macht stolze 99,6 Prozent sämtlicher Unternehmen in Deutschland aus. Der deutsche Mittelstand ist enorm wichtig für unsere Wirtschaft: Er treibt Innovationen sowie den technologischen Fortschritt an und ist ein entscheidender Wirtschaftsmotor. Er hat das Qualitätsmerkmal „Made in Germany“ international bekannt gemacht. Rund 97,4 Prozent der deutschen KMU sind Exporteure und repräsentieren die deutsche Qualität rund um den Globus. Unter den weltweit 2.700 Hidden Champions entfällt fast die Hälfte auf den deutschen Mittelstand. Er überzeugt durch seine Flexibilität, Schnelligkeit, Kundennähe und Innovationen. Deutsche KMU sind exportstark und ein wesentliches Glied der Wertschöpfungskette!

KMU – der Garant für Wachstum, Stabilität und Fortschritt

Bei über 99 Prozent der deutschen Unternehmen handelt es sich um KMU, die knapp 60 Prozent sämtlicher sozialversicherungspflichtiger Beschäftigten angestellt haben. Da KMU mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze stellen und mehr als jeden zweiten Euro der Nettowertschöpfung erwirtschaften, nehmen sie eine wichtige Rolle in der deutschen Wirtschaft ein.

KMU sind der Antriebsmotor der Wirtschaft

Bei Existenzgründern, Freiberuflern, Selbstständigen, nebenberuflichen Gründern und Start-up-Unternehmern handelt es sich meist um Kleinbetriebe. Auch Franchisenehmer zählen in der Regel in die Kategorie KMU. Kleine bis mittlere Betriebe sind dafür bekannt, dass sie maßgeblich Innovationen vorantreiben. Und zwar liegt das schlicht und einfach daran, dass sie für ihre flachen Hierarchien und kurzen Entscheidungswege bekannt sind. Das macht es möglich, dass sie schnell reagieren können, wenn der Markt es verlangt. So werden aus unternehmerischen Herausforderungen Chancen, aus denen neue, überzeugende Produkte und Services entstehen können.

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Ab wann ist man KMU?

Die Europäische Union hat Größenmerkmale für die unterschiedlichen KMU Betriebe festgelegt. Nach der EU-Empfehlung 2003/361 gibt es Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen. Die Europäische Kommission hat hier folgende, EU-weite Obergrenzen festgesetzt:

  • Bei Kleinstunternehmen liegt die Mitarbeiterzahl bei unter 10 Mitarbeitern, der Umsatz und die Bilanzsumme liegt bei maximal 2 Millionen Euro.
  • Bei Kleinunternehmen liegt die Mitarbeiterzahl bei unter 50 Mitarbeitern, der Umsatz sowie die Bilanzsumme betragen maximal 10 Millionen Euro.
  • Bei mittleren Unternehmen liegt die Mitarbeiterzahl bei unter 250 Mitarbeitern, der Umsatz bei maximal 50 Millionen Euro und die Bilanzsumme bei maximal 43 Millionen Euro.

Für die Unterscheidung der KMU gilt, dass die Mitarbeiteranzahl in keinem Fall überschritten werden darf. Dieses Kriterium ist sogar noch ausschlaggebender als der Umsatz oder aber die Bilanzsumme. Denn bei letzteren muss nur eins der beiden Kriterien für eine Kategorisierung erfüllt sein. Unternehmen, die über diesen Werten liegen, gehören zu den Großunternehmen.

Die neue KMU Definition

Die EU-Kommission hat eine zusätzliche Empfehlung ausgegeben, um eine bessere Unterscheidung zwischen KMU und Großunternehmen vornehmen zu können. Und zwar wurden die quantitativen Merkmale um eine qualitative Dimension ergänzt.

Die qualitativen Merkmale für KMU

Im Rahmen der qualitativen Merkmale werden unter anderem auch die Eigentums- und Entscheidungsverhältnisse mit einbezogen. KMU gelten als eigenständige Unternehmen, die unabhängig von Konzernen sind. Das heißt, dass sie weder Partner eines anderen Unternehmens noch mit einem anderen Unternehmen verbunden sind – hier dürfen die Anteile der Anteilseigner oder -Geber nicht über 25% liegen!

Zudem liegen bei KMU Eigentum, Leitung und Haftung in einer Hand. Der Unternehmer, Kapitalgeber und Betriebsleiter werden in einer einzigen Person vereint. Das heißt allerdings auch, dass die wirtschaftliche Existenz des Eigentümers und die des Betriebes eng miteinander verbunden sind. Aus diesem Grund zählen auch die Familienbetriebe zu den KMU, da diese logischerweise inhaber- beziehungsweise Familiengeführt sind.

Darüber hinaus stehen KMU für eine ausgeprägte Innovationstätigkeit und sie verfügen in der Regel über flache Hierarchien, was an einem geringen Formalisierungsgrad liegt. Das führt unweigerlich zu einem engeren persönlichen Kontakt – sowohl zwischen den Mitarbeitern im Unternehmen als auch beim Kontakt zwischen Mitarbeitern und Kunden.

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Da sich qualitative Eigenschaften nur schwer messen lassen, werden oft zusätzlich die quantitativen Merkmale Arbeitsnehmeranzahl, Umsatz und Bilanzsumme zur Kategorisierung herangezogen, auf die weiter oben schon eingegangen wurde.

Warum sind die KMU wichtig?

Auch wenn die großen Konzerne in den Medien eher für Schlagzeilen sorgen, so sind es allerdings die KMU, die einen wichtigen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland nehmen. KMU sind wichtig für die regionale Wirtschaft, wo sie zu wichtigen und großen Arbeitgebern gehören. Mehr als 84 Prozent der deutschen Auszubildenden sind bei einem KMU angestellt. Der Vorteil für die Lehrlinge in kleinen und mittleren Unternehmen ist, dass sie hier beste Bedingungen auf eine optimale Ausbildung und einen idealen Start für die spätere Karriere vorfinden.

KMU gelten als wichtiger Antriebsmotor der lokalen Wirtschaft, der stets neue Arbeitsplätze schafft und die Fachkräfte von Morgen ausbildet. Und genau dies ist auch der Grund, warum sie stets vom Land sowie der Europäischen Union besondere Aufmerksamkeit und finanzielle Unterstützungen erhalten. Dies ist letztlich auch der Grund, warum die Parameter, ob ein Unternehmen nun ein KMU oder Konzern ist, auch so wichtig geworden ist: Es geht hier um Fördertöpfe und bares Geld!

Warum brauchen KMU Förderung?

Kommt es zu wirtschaftlichen Krisen, sind KMU meist härter davon betroffen als große Konzerne. Das liegt an ihrer geringen Größe, die zwar vorteilhaft ist, wenn es um Kundennähe, Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit geht. Allerdings kann diese auch dazu führen, dass sie anfälliger für Krisen und eher von Finanzierungsengpässen betroffen sind. Aufgrund ihrer beschäftigungspolitischen Bedeutung für die regionale Wirtschaft erhalten sie Zugang zu bestimmten Fördertöpfen – sowohl auf der staatlichen als auch auf der EU-Ebene. Dank dieser Maßnahmen können KMU einfacher an frisches Kapital und in den Genuss von Forschungs- und Entwicklungskapazitäten kommen.

Autor: Redaktionsteam ©