Krankenversicherung im Franchise-Glossar

Was ist eine Krankenversicherung?

Eine Krankenversicherung erstattet seinen versicherten Mitgliedern Kosten für Behandlungen von Erkrankungen, nach Unfällen oder während der Mutterschaft. Im Zuge der Erstattung werden entweder die vollen Kosten oder aber nur zum Teil die entstandenen Kosten gedeckt.

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Ist die Krankenkasse Pflicht?

Seit dem 1. April 2007 ist die Krankenversicherung in Deutschland zur Pflicht geworden. Seit dem 1. Januar 2009 müssen alle deutschen Bürger entweder in der gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung versichert sein.

Warum besteht Krankenversicherungspflicht?

Die Versicherungspflicht wurde eingeführt, als schätzungsweise rund 400.000 Menschen nicht krankenversichert waren. Allerdings möchten diese Menschen im Notfall natürlich auch gerne im Krankenhaus behandelt werden – auch wenn sie keine laufenden Versicherungsgebühren an die Krankenkasse zahlen möchte. Nur wer von diesem Solidarsystem profitieren möchte, der muss dann auch in die Kassen einzahlen, die gemeinschaftlich von allen getragen werden – denn sonst geht die Rechnung nicht auf! Und das war auch der ausschlaggebende Grund für die Krankenversicherungspflicht.

Warum gibt es Krankenversicherungen?

Versicherungen sichern Risiken ab. Und krankheitsbedingte Kosten stellen die größten finanziellen Risiken im Leben eines Menschen dar. Vor allem in Ländern mit hohen medizinischen Standards können die Kosten für Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte, Operationen und Medikamente schnell in die Zehn- oder aber Hunderttausende gehen. Vor allem chronische Krankheiten können einem Erkrankten sehr teuer zu stehen kommen. Um dieses Risiko effektiv einzugrenzen und für den Einzelnen kalkulierbar zu machen, wurde die Krankenversicherung zu Pflicht.

Krankenversicherungen für Existenzgründer?

Auch für Selbstständige besteht die Pflicht zur Krankenversicherung. Gründer haben hier die Wahl zwischen der gesetzlichen oder einer privaten Krankenversicherung. Wer meint, ohne Versicherung auszukommen, der kann im Nachhinein eine teure Überraschung erleben: Denn die verstrichenen Monate müssen inklusive Strafzahlung nachgezahlt werden!

Wie für die regulären Arbeitnehmer gilt auch für Gründer, Selbstständige und Unternehmer die generelle Krankenversicherungspflicht – nur mit dem Unterschied, dass diese die Wahl zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung haben.

Auch für Gründer gilt die Sozialversicherungspflicht. Allerdings müssen sie dieser nicht im vollen Umfang nachkommen. Und zwar sind sie von der Pflichtzahlung in die staatlichen Renten- und Arbeitslosenkassen sowie der Unfallversicherung befreit. Wobei es hier auch Ausnahmen für künstlerische Freiberufler, geschäftsführende Gesellschafter und nebenberuflich Selbstständige gibt.

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Inwieweit unterscheiden sich private und gesetzliche Krankenkasse?

Die gesetzlichen Krankenkassen müssen jeden Versicherten annehmen, während sich die privaten Krankenkassen aussuchen können, wen sie versichern möchten. Das heißt, dass die gesetzlichen Krankenkassen jemanden aufnehmen müssen, selbst wenn dieser nicht von der Privaten angenommen wurde.

Während Selbstständige und Franchisenehmer frei wählen können, wie sie sich krankenversichern möchten, so müssen Arbeitnehmer einen Mindestverdienst vorweisen, um zu einer privaten Krankenversicherung wechseln zu können. Denn für die private Krankenversicherung gelten für Arbeitnehmer Versicherungspflichtgrenzen, die für Selbstständige nicht zutreffen. Sie haben stattdessen die Wahl, ob sie sich privat oder freiwillig gesetzlich versichern lassen möchten.

Allerdings müssen Selbstständige beachten, dass für sie jede Krankenversicherung teurer ist: Denn Arbeitnehmer zahlen nur die Hälfte ihres Beitrags, da der andere Teil vom Arbeitgeber übernommen wird. Gründer jedoch müssen den kompletten Betrag zahlen, auch der Arbeitgeberanteil wird von ihnen selbst getragen. Aus diesem Grund können für die Krankenversicherung durchaus höhere Summen fällig werden, die auf jeden Fall sorgfältig in der Kosten- und Liquiditätsplanung im Businessplan einkalkuliert werden sollten.

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Was gilt es bei der freiwillig gesetzlichen Krankenversicherung als Selbstständiger zu beachten?

Als junger Unternehmer kann man bei der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben, wo man auch vorher als Angestellter, Auszubildender oder Student versichert war. Sobald man keiner sozialpflichtigen Beschäftigung mehr nachgeht, wäre man einfach nur freiwillig gesetzlich versichert.

Hier kämen lediglich zwei Veränderungen auf sie zu: Bei einer sozialpflichtigen Beschäftigung als Arbeitnehmer zahlen Sie darüber hinaus auch in die staatliche Sozialkasse ein – sprich: Die Arbeitslosen- und Rentenversicherung wie auch die Pflegeversicherung. Dieser grundsätzliche Versicherungszwang entfällt für Unternehmer. Ihnen ist freigestellt, ob Sie private Versicherungen abschließen – sinnvoll ist eine private Vorsorge aber allemal!

Ein weiterer Aspekt sind die Beiträge. Denn auch für Selbstständige gilt, dass die Beiträge zur Krankenkasse vom Verdienst abhängig sind. Allerdings fällt hier der Arbeitgeberanteil weg, so dass sie aus eigener Tasche den gesamten Beitrag zahlen müssen. Und zwar ist die Höhe hier abhängig vom versteuerten Einkommen des Gründers. Es fließen zudem auch Miteinnahmen und Kapitalerträge in die Beitragsberechnung ein! Der Vorteil hieran ist, dass Sie gerade zu Beginn, während sich Ihr Unternehmen oder Franchisestandort im Aufbau befindet und Ihre Verdienste dementsprechend geringer ausfallen, sich dieses Verhältnis auch in den monatlichen Beiträgen zur Krankenkasse ausdrückt. Im Gegenzug bedeutet das allerdings auch, dass die Beiträge zunehmen, sobald der Verdienst steigt.

Wie verhält es sich mit der privaten Krankenversicherung?

Bei der privaten Krankenversicherung verhält es sich anders: Die Beiträge hängen hier nicht vom Verdienst, sondern vom Alter ab. Für einen jungen Existenzgründer ohne Vorerkrankungen gestalten sich die Beiträge in einem Basistarif sehr vorteilhaft. Diese liegen oft unter dem Niveau der gesetzlichen Krankenkassenbeiträge. Als gut Verdienender erhält man hier ein top Preis-Leistungs-Verhältnis in der privaten Krankenversicherung. Darüber hinaus belohnen viele private Krankenkassen ihre Versicherten mit Prämien, wenn diese die Versicherung ein Jahr lang nicht genutzt haben.

Das Blatt wendet sich jedoch mit steigendem Alter, so dass den Versicherten als Rentner horrende Beiträge erwarten. Der demografische Wandel ist sicherlich nicht zuträglich für diese Entwicklung.

Auch wenn im Leistungspaket von privaten Krankenversicherungen mehr Methoden wie auch höhere Behandlungskosten abgedeckt werden, so gestaltet sich die private Krankenversicherung als unbezahlbar, wenn man mehrere Familienmitglieder mitversichern möchte. Hier wiederum punkten die gesetzlichen Krankenkassen, wo Kinder und erwerbstätige Ehepartner kostenlos mitversichert werden können. Und letztlich müssen Versicherte bei einer privaten Krankenversicherung erst einmal in Vorkasse gehen. Denn der behandelnde Arzt oder aber das Krankenhaus stellt dem Patienten und nicht der Versicherung die Kosten in Rechnung. Auch wenn diese ihren Patienten hier meist eine großzügige Zahlungsfrist bieten, damit diese sich die Kosten vorab von der Versicherung erstatten lassen können, so ist es der Versicherte, der den Mehraufwand zu stemmen hat.

Kann man als Selbstständiger von der privaten Krankenversicherung zurück in die Gesetzliche?

Wer aufgrund der hohen Versicherungsbeiträge in der Privaten zurück in die Gesetzliche wechseln möchte, der kann nur unter zwei Bedingungen in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren: Er darf das 55. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und muss für mindestens ein Jahr wieder ein Angestelltenverhältnis annehmen.

Andersherum können ältere Unternehmer ab 50 auch nicht mehr von der gesetzlichen Krankenkasse in die Private wechseln. Selbstständige mit starken oder chronischen Erkrankungen werden oft nicht einmal von der privaten Krankenversicherung aufgenommen.