Lean Management im Franchise-Glossar

Was ist Lean Management?

Zu Deutsch bedeutet Lean Management Schlankes Management. Der Ursprung dieses Ansatzes beruht auf einer Prozessoptimierung, die sich mit neuen Methoden oder Verfahrensweisen effizienter gestalten lässt.

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Was beinhaltet das Lean Management?

Das Lean Management geht mit einer kontinuierlichen Prozessoptimierung einher, so dass die Verschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette industrieller Güter minimiert wird. Zu diesem Zwecke werden Methoden, Denkprinzipien und Verfahrensweisen angewandt, um Prozesse zu harmonisieren und das Produktionssystem ganzheitlich anzupassen und zu verschlanken.

Die Grundzüge der verschlankenden Philosophie zielen einerseits auf eine Produktivitätssteigerung ab, andererseits soll die Verschwendung vermieden werden. Im Kern lässt sich das Lean Management daher auch auf andere Kontexte übertragen.

Was stellt den Ursprung des Lean Managements dar?

Die Wurzeln des Lean Managements liegen in der japanischen Automobilindustrie. In den 50er Jahren optimierte der Autobauer Toyota seine Produktionsverfahren mit der Absicht, die Fertigung möglichst schlank zu gestalten. Das Verfahren basierte auf der Serienfertigung, die in den USA unter Henry Ford bekannt wurde. Jedoch entwickelte man dieses Verfahren weiter und kreierte so ein eigenes neues Produktionssystem. Und genau das Toyota Produktionssystem war es auch, was sich daraufhin weltweit zu einem Erfolgsprinzip entwickelte. Das Prinzip von Toyoda Sakichi und seinem Sohn Toyoda Kiichiro basierte auf einem ganzheitlichen System, was bedarfsgenau und effizient produziert. Hier ist vor allem das Schlagwort just-in-time bekannt. Die Philosophie fußt daher auf einer Fertigung ohne Verschwendung, zeitgleich wird eine stetige Verbesserung angestrebt, wodurch sich immer wieder neues Optimierungspotential ergibt.

Das Herz des Lean Managements: Die kontinuierliche Verbesserung

Die Lean Philosophie wird auch als Kaizen bezeichnet. Dieser Begriff stammt aus dem Japanischen: Dabei bedeutet Kai Veränderung und Zen zum Besseren. Auch die Lean Production zielt auf diese kontinuierliche Verbesserung ab. Das bedeutet auch, dass dieser Optimierungsprozess niemals komplett abgeschlossen werden kann, weil es immer wieder Raum für Verbesserungen und keinen fehlerfreien Zustand gibt.

Was sind die Ziele des Lean Managements?

Die US-Amerikaner Daniel T. Jones und Daniel Roos entwickelten das japanische Konzept weiter und prägten den Begriff der Lean Production, der das Hauptziel des Lean Managements darstellt. Dadurch dass der Fokus auf die Produktion und Organisation gelegt wird, können Überflüssiges und Verschwendung minimiert und die Prozesse perfekt aufeinander abgestimmt werden, so dass sie letztlich miteinander harmonieren.

Das Lean Management beabsichtigt also, die Unternehmensführung mithilfe von klaren Prozessen und Abläufen höchstmöglich effizient und prozessorientiert zu gestalten. Die gesamte Konzentration soll hierbei auf den Prozessen liegen, die wichtig für die Wertschöpfung sind. Denn nur wenn diese verschlankt werden, können auch Zeit und Kosten gespart werden – und das wiederum macht es möglich, dass ein Unternehmen effizienter handeln kann.

Jedoch handelt es sich beim Lean Management um einen grenzüberschreitenden Ansatz, der in zahlreichen Bereichen eines Unternehmens Anwendung findet: Abgesehen vom produzierenden Bereich finden die Ideen auch im administrativen Bereich in der Verwaltung oder aber in der Entwicklung sowie im Projektmanagement Anwendung.

Es kann auch das Personal im Fokus stehen: Und zwar werden im Rahmen dessen die Mitarbeiter in die Prozesse der Verschlankung einbezogen. Das hat zwei Vorteile: Zum einen können so deren Kompetenzen genutzt werden und zum anderen erhält die Idee des Lean Managements so bewusst in allen Unternehmensbereichen Einzug. So überrascht es nicht, dass sich das Lean Management auch in den Denkansätzen des Change Managements etabliert hat.

Und letztlich profitieren auch die Kunden von einem Lean Management: Das stetige Verbesserungspotential hat zur Folge, dass die Kundenorientiertheit sowie die Kostensenkung zu zentralen Aspekten geworden sind. Denn eine effizientere Wertschöpfungskette geht logischerweise auch mit günstigeren Preisen für Produkte und Services einher.

Was sind die fünf Prinzipien des Lean Managements?

In den 80er und 90er Jahren wurde das Modell tiefergehender von der Wissenschaft erforscht, so dass sich folgende fünf Lean Prinzipien herausgebildet haben, die wichtig für den Produktionsprozess sind:

  • Kundenorientierung: Die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden sollten immer im Fokus stehen. Anhand der Anforderungen des Kunden sollen die gesamten Prozesse ausgerichtet werden, er steht im Zentrum der unternehmerischen Aktivität.

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  • Ausrichtung auf den Wertstrom: Im Zuge dessen werden alle Abläufe in verschiedene Teilbereiche gegliedert, die daraufhin analysiert und neu durchdacht werden sollen. Ziel ist es, alle Arbeitsabläufe und Prozesse innerhalb der Wertschöpfungskette auf diesen Wertstrom auszugerichten.

  • Das Fluss-Prinzip: In einem nächsten Schritt sollte darauf geachtet werden, dass dieser Wertstrom ohne Verzögerungen und Unterbrechungen ablaufen kann. Dies kann man sich wie einen Fluss vorstellen.

  • Das Pull-Prinzip: Dieser flussartige Wertstrom verläuft genau andersherum: Denn jede Aktivität geht letztlich vom Kunden aus – und zwar erst, wenn es zu einer Bestellung kommt. Wichtig ist hier allerdings, dass es nicht zu Wartezeiten oder Verzögerungen kommt. Im Idealfall gibt es auch keine Lagerung und jedes Teil befindet sich genau dort, wo es auch gebraucht wird. Im Lean Management verläuft diese harmonische Kette also rückwärts gerichtet.

  • Der kontinuierliche Verbesserungsprozess: Wie bereits weiter oben angesprochen evoziert das Lean Management die Idee, dass es durch neue Methoden, Ideen und Lernprozesse immer wieder zu neuen Verbesserungsmöglichkeiten kommt. Es kann nie einen optimalen Zustand geben, da sich immer wieder Möglichkeiten für Optimierungen und weitere Effizienzpotentiale auftun.

Welchen Einfluss hat das Lean Management auf das Franchising?

Das Vertriebsmodell Franchising enthält viele Elemente, die mit dem Lean Management übereinstimmen. Auch beim Franchising wird Wert auf eine möglichst schlanke Organisationsform gelegt. Damit die Gesamtheit aller Franchisenehmer das Franchisekonzept einheitlich und identisch in ihren einzelnen Betrieben ausführen können, hat der Franchisegeber die einzelnen Arbeitsprozesse und -Schritte stark standardisiert. Solch eine Standardisierung ist ein wichtiger Aspekt, wenn ein Unternehmer initial sein Geschäftskonzept franchisieren möchte. Nur dadurch, dass die einzelnen Produktionsprozesse hochgradig standardisiert werden, sind sie auch einfacher reproduzierbar. Der positive Nebeneffekt ist hier, dass der Prozess so natürlich möglichst schlank gehalten wird.

Die Prozessoptimierung des Lean Managements ist ebenso davon gekennzeichnet, dass abteilungsübergreifende Prozesse verbessert werden und man sich von dem eingefahrenen Silodenken verabschiedet. Auch hier kann sich das Franchising profilieren, da es von einer abteilungsübergreifenden Arbeitsteilung lebt: Während die Franchisezentrale oft Tätigkeiten wie administrative Verwaltungsaufgaben, das Entwerfen einer systemweiten Marketingkampagne oder aber einen zentralisierten Einkauf für alle Geschäftspartner übernimmt, können sich die Franchisenehmer voll und ganz um das Kerngeschäft in ihrem eigenen Betrieb kümmern. Das heißt, sie können ihre gesamte Zeit und Kraft in den Aufbau des Betriebes stecken und der Neukundenakquise sowie der Kundenbindung nachgehen.

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Beim Franchising werden etablierte Abteilungen aufgelöst, verschlankt und optimiert. Eine effiziente Aufgabenverteilung zwischen den rechtlich selbstständigen Einheiten sowie möglichst kurze Entscheidungswege machen das möglich! Die Franchisenehmer können gewisse Aufgaben outsourcen und profitieren zeitgleich davon, dass sie sich voll und ganz den umsatzbringenden Tätigkeiten Vertrieb und Kundenkontakt widmen können.