Marketing im Franchise-Glossar

Was ist Marketing?

Marketing bedeutet ganz schlicht und einfach, dass ein Unternehmen sein Handeln am Markt orientiert. Im Rahmen dessen werden die Unternehmensaktivitäten an die Bedürfnisse der Zielgruppe und des Marktes angepasst, um die Produkte und Services besser vermarkten und den Gewinn des Unternehmens steigern zu können.

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Warum ist Marketing wichtig?

Effizientes Marketing ist deshalb wichtig, weil es den Erfolg des Unternehmens erhöhen kann. Durch richtig eingesetztes Marketing kann das Unternehmen neue Kunden gewinnen und sich einer stets höheren Profitabilität erfreuen. Durch das Marketing kann ein Unternehmen seinen Output erhöhen, was das zentrale Ziel eines jeden Unternehmens ist. So überrascht es nicht, dass Marketing ursprünglich auch als Absatzwirtschaft bezeichnet wurde.

Bei den unterschiedlichen Marketingmaßnahmen stehen jeweils die Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden im Vordergrund. Finden Veränderungen auf dem Markt oder eine Bedürfnisverschiebung bei den Kunden statt, ist es wichtig, diese möglichst frühzeitig zu erkennen und die unternehmerischen Aktivitäten anzupassen, um sich weiterhin eine gute Position im Wettbewerb zu verschaffen. Zu diesem Zwecke werden die einzelnen Maßnahmen und Instrumente in einem Marketingkonzept im Detail beschrieben und ausformuliert.

Zudem ist Marketing wichtig, um dem Unternehmen eine Identität zu geben und seine Produkte auf dem Markt besser anzupreisen. Denn nur so kann man sich von der Konkurrenz abheben.

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Exkurs: Wann entstand Marketing?

Der Begriff Marketing stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert. Erstmals wurde an US-amerikanischen Universitäten vom sogenannten Marketing gesprochen. Die Einführung des Begriffs war von einem Wandel der Absatzmärkte geprägt: Der Verkäufermarkt, wo Verkäufer aufgrund des Mangels an Waren die Preise und Konditionen bestimmen konnten, ging langsam aber sicher in einen käuferorientierten Markt über. Dieser Markt war von einer Fülle an Wettbewerbern geprägt, in denen die Käufer nun mehr Auswahl und Angebote vorfanden.

Bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts war in Deutschland und Europa lediglich von der Absatzwirtschaft die Rede. Die Geburtsstunde des Marketings in Europa geschah mit der Erfindung des Backpulvers von Dr. Oetker: Das neue Produkt wurde durch Massenwerbung angepriesen. Da es den Konsumenten eine Arbeitserleichterung verschaffen sollte, wussten die Kunden bis zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht, dass sie dieses Produkt überhaupt brauchen würden. Dafür ist das Marketing ja nun einmal bekannt: Es kreiert Bedürfnisse, wo vorher keine existierten.

Als das Produktangebot und damit auch die Konkurrenz größer wurde, setzten die Unternehmen verstärkt auf Einfallsreichtum, Fantasie und technische Mittel, um ihre Produkte besser anzupreisen und sich von der Konkurrenz abzuheben. Das Marketing war geboren!

Wie funktioniert erfolgreiches Marketing?

Mithilfe von Marketing geht ein Unternehmen also auf die Bedürfnisse des Marktes und seine Zielgruppe ein. Nur so kann es seine Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Marktteilnehmern zementieren.

Es ist wichtig, dass die Waren und Services des Unternehmens gut platziert sind, so dass sie Aufmerksamkeit erregen und den Absatzmarkt stetig erweitern. Aus diesem Grund arbeiten Marketingabteilungen immer mit verschiedenen Unternehmensbereichen zusammen: Dem Einkauf, dem Vertrieb und den Finanzen – all diese Bereiche sind wichtig, um das Marketingkonzept zu entwerfen, zu messen, zu kontrollieren und auszuführen.

Übersicht: Wie entwickelt man eine Marketingstrategie?

Jede Marketingstrategie muss an der Zielgruppe ausgerichtet werden. Aus diesem Grund müssen die Bedürfnisse der Zielgruppe stets im Blick gehalten werden. Zeitgleich gilt es immer das Marketingbudget im Blick zu behalten. Es ist wichtig, die umgesetzten Maßnahmen zu bewerten, um herauszufinden, inwieweit sie funktioniert haben. Dies geschieht in Form von einem konsequenten Marketing-Controlling, was dem Unternehmen hilft, ihre Maßnahmen gegebenenfalls anzupassen und zu optimieren.

Was die Kundenansprache angeht, so wird beim Marketing unterschieden, ob es sich um B2C oder B2B handelt: Ein Business-to-Consumer-Geschäftsmodell (B2C) richtet sich direkt an den Endkonsumenten, beim Business-to-Business-Modell (B2B) ist der Vertrieb an ein anderes Unternehmen gerichtet. Je nach dem um welche Zielgruppe es geht, muss daher die Kundenansprache angepasst werden.

Die Entwicklung der Marketinginstrumente lässt sich in folgenden Prozess einteilen:

  • Definition der Zielgruppe
  • Betrieben von Marktforschung
  • Festlegen von klaren Marketingzielen
  • Bestimmung einer Marketingstrategie, um diese Ziele zu erreichen
  • Zusammenstellung von Marketinginstrumenten
  • Erstellung eines Marketingkonzeptes
  • Umsetzung des Konzeptes
  • Einsatz von Marketing-Controlling, um Strategie zu bewerten und anzupassen

Das sind die wichtigsten Marketinginstrumente: Die 4Ps

Wenn ein Unternehmen dem Endkunden seine Produkte anpreist, dann kommen die 4Ps als wichtigsten Marketinginstrumente zum Einsatz. Diese machen es möglich, dass ein Unternehmen seine Ziele operativ am Markt umsetzen kann. Diese Strategie zum individuellen Marketing-Mix kommt aus dem Englischen und steht für folgende Elemente:

  • Product – Produktpolitik: Entscheidungen rund um das Produkt oder den Service, wie die Verpackung oder aber die Qualität.
  • Price – Preispolitik: Das Erreichen des optimalen Preis-Leistungs-Verhältnisses.
  • Promotion – Kommunikationspolitik: Die Vielzahl an Kommunikationsmaßnahmen, um den Kunden bei seiner Kaufentscheidung zu beeinflussen
  • Place – Distributionspolitik: Die Ausgestaltung der Absatzkanäle und die Optimierung der Vertriebsprozesse.

Handelt es sich bei einem Unternehmen nicht um ein Produkt, sondern um eine Dienstleistung, so kommen statt der 4Ps die 7Ps zum Einsatz. Die 3 weiteren Ps gehen auf die Eigenheiten von Dienstleistungen ein.

  • Personal – Personalpolitik: Wie viel manpower ist nötig, um die Leistung zu erbringen?
  • Process – Prozesspolitik: Wie gestaltet sich der Prozess?
  • Physical Facilities – Ausstattungspolitik: Wie und wo läuft die Erbringung der Dienstleistung ab?

Damit die Marketingaktivitäten dann auch erfolgreich sind, müssen die unterschiedlichen Maßnahmen integriert und aufeinander abgestimmt werden. Nur so kann das Marketing Erfolge verzeichnen.

Welche Marketing-Kanäle gibt es?

Das klassische Marketing findet weiterhin Anwendung, auch wenn das Marketing im Zuge der Digitalisierung zunehmend stärker im Internet stattfindet. Ursprünglich fand das Marketing primär in Printmedien oder in Form von Plakaten statt, aber auch im Fernsehen oder Radio wurden Werbebotschaften geschaltet. Diese Kanäle haben weiterhin Bestand, es zeichnet sich allerdings ab, dass die digitale Sphäre deutlich an Bedeutung gewonnen hat.

Darüber hinaus ist digitales Marketing aus dem Grund wichtiger geworden, da es sich schon für kleines Geld realisieren lässt. In der digitalen Welt ist die Suchmaschinenoptimierung für den Webseitenverkehr immer mehr in den Fokus gerückt. Auch E-Mails zur Kundenbindung kommen gerne zum Einsatz. Aber auch Social-Media-Plattformen eignen sich hervorragend für die Kundenansprache.

Marketing und Franchising

Das Marketing in Franchisesystemen wird meist von der Franchisesystemzentrale übernommen. Diese entwickelt für das gesamte Netzwerk eine überregionale, einheitliche Marketingstrategie, welche die einzelnen Franchisestandorte bewirbt. Der Vorteil an der zentralisierten Marketingstrategie ist, dass die Gesamtheit aller Franchisenehmer sich die Kosten für das Erstellen einer professionellen Marketingstrategie teilen, so dass es sich um relativ kostengünstige Werbematerialien handelt. Die Kosten, die dem Franchisegeber für diese systemweiten Kommunikationsmaßnahmen entstehen, werden meist in einer monatlichen Werbegebühr abgegolten.

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Abgesehen davon können Franchisenehmer auch in Eigenregie Marketingstrategien entwerfen, um in ihrem Vertriebsgebiet die Werbetrommel zu rühren. Dies ist sinnvoll, um Neukunden zu akquirieren oder aber bestehende Kunden zu binden.