Organigramm im Franchise-Glossar

Was ist ein Organigramm?

Ein Organigramm gibt eine visuelle und hierarchische Übersicht über eine Organisation. Es handelt sich hierbei um eine grafische Darstellung des Aufbaus und der Struktur einer Organisation. Aus diesem Schaubild geht sichtbar hervor, welche Einheiten, Stellen und Abteilungen es in der Organisation gibt. Darüber hinaus gibt ein Organigramm Aufschluss darüber, in was für einer Beziehung die einzelnen Einheiten zueinander stehen und zeigt die Aufgabenverteilung und Kommunikationsbeziehungen untereinander auf.

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Was bedeutet das Wort Organigramm?

Das Wort Organigramm ist linguistisch gesehen ein Kofferwort. Es handelt sich dabei um ein Kunstwort. Was aus zwei überlappenden Wörtern entstanden ist, die einen neuen Begriff gebildet haben. Organigramm ist eine Amalgamierung aus den Wörtern Organisation und Diagramm. Es kann als Kurzform von Organisationsdiagramm verstanden werden.

Was ist der Ursprung des Organigramms?

Das Organigramm wurde zum ersten Mal um die Mitte des 19. Jahrhunderts vom Eisenbahnmanager Daniel Craig McCallum angewendet. Seitdem hat es sich als ein hilfreiches Tool etabliert, um Beziehungen zwischen einzelnen Organisationseinheiten in übersichtlicher Form darzustellen.

Das Organigramm hat sich deshalb als sehr erfolgreich bewiesen, da Menschen bildlich denken. Sie können komplexe Zusammenhänge besser und einfacher nachvollziehen, wenn diese grafisch visualisiert werden. Eine optische, grafische Darstellung schafft daher Abhilfe bei komplexen Sachverhalten.

Warum ist das Organigramm sinnvoll in Unternehmen?

Da ein Organigramm einen grafischen Überblick über ein Unternehmen und seine Organisation gibt, gilt es auch als Landkarte eines Unternehmens. Diesem unternehmerischen Organisationsplan sollte jeder Mitarbeiter entnehmen können, wo seine Position angesiedelt ist und was genau seine Funktion im Unternehmen ist. Aus diesem Grund gelten die Begriffe Organisationplan, Stellenplan oder Strukturplan als Synonyme des Wortes Organigramm.

Da die einzelnen Einheiten mit ihren Aufgaben visuell dargestellt sind, können sich sowohl die Mitarbeiter und Führungskräfte als auch die Kunden und Geschäftspartner an einem Organigramm orientieren. Der Strukturplan gibt eine gute Übersicht über die gegenseitigen Beziehungen und Interaktionen der Einheiten untereinander.

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Was für Arten von Organigrammen gibt es?

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Organigrammen: Zum einen die Ablauforganisation, die als Prozesslandkarte verstanden werden kann, und zum anderen die Aufbauorganisation, die das hierarchische Gerüst eines Unternehmens visualisiert.

Die Besonderheiten einer Ablauforganisation

Bei einer Ablauforganisation werden die Prozessketten in Einzelschritte zerlegt – dabei wird auch den zeitlichen und räumlichen Aspekten Beachtung geschenkt. Solch einer Art von Organigramm kann man daher entnehmen, wie ein Unternehmen arbeitet und wie dieses seine Prozesse räumlich und zeitlich strukturiert, damit alle Aufgaben fristgerecht erledigt werden können.

Ein Organigramm kann sehr hilfreich bei der Organisation der einzelnen Prozesse und Abläufe sein. So kann man die unterschiedlichen Abläufe regeln und zeitlich organisieren. Solch ein Vorgang ist vor allem nützlich, wenn Abläufe standardisiert werden sollen. Abgesehen von der Standardisierung dient eine Ablauforganisation dazu, um Arbeitsprozesse zu optimieren: Dank der Überschaubarkeit des Organisationsplanes können Arbeitsschritte effizienter und transparenter gestaltet werden. Oft geht dies auch mit einer Einsparung von Kosten einher. Solch eine Prozessoptimierung ist heutzutage sehr wichtig, da es im Zuge des Lean Managements dazu dient, Abläufe und Produktionen zu verschlanken – und jegliche Kostensenkungspotentiale sind bei Unternehmen selbstverständlich stets willkommen.

Wie gestaltet sich eine Ablauforganisation im praktischen Unternehmensalltag?

Dank der Ablauforganisation lassen sich die gesamten Arbeitsprozesse eines Unternehmens grafisch darstellen: So zeigt das Organigramm den Wareneingang von Rohstoffen oder Zulieferteilen in der Produktion auf. Im nächsten Schritt werden dann in der Herstellung die unterschiedlichen Prozesse in räumlicher und zeitlicher Natur dargestellt, was schließlich in den Endprodukten mündet. Und letztlich kommt es zur Auslieferung der Produkte an die Abnehmer. Wichtig bei den Ablauforganisationen ist es, dass sämtliche Schnittstellen dargestellt werden. Auch der Einkauf und das Rechnungswesen sollten ein Teil der umfassenden Prozesslandkarte sein und ihre Aufgaben sollten im Zusammenhang sichtbar dargestellt werden.

Wann ist eine Ablauforganisation sinnvoll?

Solch eine Art von Organigramm ist auf jeden Fall sinnvoll, wenn es darum geht, klaren Aufgaben zu einer stabilen Routine auszubauen. Stehen die verschlankenden Prozesse des Lean Managements im Vordergrund, so sollte man hierzu ergänzend die Aufbauorganisation hinzuziehen. Denn diese eignet sich besser, wenn eine strukturell-hierarchische Organisation im Vordergrund steht.

Die Besonderheiten einer Aufbauorganisation?

Die Aufgabe dieses Organigramms ist es, die Aufbauorganisation der einzelnen Abteilungen und Stellen visuell darzustellen. Das Organigramm der Aufbauorganisation veranschaulicht die Aufgabenteilung, es gliedert die Stellen und Abteilungen in einen hierarchischen Kontext und zeigt die Kommunikationsbeziehungen zwischen den einzelnen organisatorischen Einheiten auf. Dieser Struktur kann man entnehmen, wer im Unternehmen wofür zuständig ist. Als hierarchisches Gerüst des Unternehmens dient es als Untergliederung des Unternehmens, was die Beziehungen der einzelnen Abteilungen untereinander preisgibt. Es zerlegt den Organisationskomplex in seine Teilelemente.

Diesem Organigramm kann man die Selbstorganisation eines Unternehmens entnehmen: Sie zeigt das Zuordnungs- und Unterordnungsverhältnis der einzelnen Abteilungen und Stellen dar, in der jeder Mitarbeiter seinen eigenen Platz hat. Der Unterschied zur Ablauforganisation ist daher, dass hier keine Arbeitsprozesse dargestellt werden, sondern sich aus der Darstellung eher die einzelnen Zuständigkeiten ableiten lassen.

Wie gestaltet sich der Aufbau der Selbstorganisation?

Diese Art von Organigramm wird meist als Pyramide oder aber Tannenbaum dargestellt. Dabei wird die Spitze von der Geschäftsführung beziehungsweise dem Management gebildet. Darunter befinden sich dann in Form von Verästelungen die einzelnen Bereiche wieder. Hier werden die einzelnen Abteilungen wie Marketing, Back Office oder Produktion weiter aufgegliedert, so dass jeder Funktionsträger beziehungsweise jeder Arbeitsplatz seinen Platz im Organigramm findet.

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Die Aufbauorganisation gilt als wichtige Leitlinie für die gesamte Unternehmenskultur, da sie aufzeigt, in welchem Verhältnis die einzelnen Bereiche stehen. Sie verfügt also über ein integrierendes Element. Diese Art von Organigramm ist deshalb hilfreich, weil es eine klare Definition der einzelnen Tätigkeitsbereiche im Unternehmen möglich macht. Auf dieser Basis lassen sich konkrete Stellenbeschreibungen für Mitarbeiter sowie Anforderungsprofile für Bewerber erstellen.

Die Rolle von Organigrammen im Franchising

Beim Franchising handelt es sich um ein Netzwerk an selbstständigen Unternehmern, was von einer hierarchischen Struktur geprägt ist. Denn auch wenn Franchisesysteme von einer Geschäftspartnerschaft auf Augenhöhe sprechen, so handelt es sich beim Franchisegeber und der Systemzentrale um diejenigen, die die Spitze eines Franchisesystems bilden.

Der Franchisegeber als Begründer des unternehmerischen Konzeptes besitzt sämtliche gewerblichen Schutzrechte des Systems – dies umfasst den Markennamen, die Corporate Identity sowie gegebenenfalls Patente. Der Franchisenehmer hat sich per Franchisevertrag an die Ausführung und Umsetzung des Geschäftskonzeptes an seinem eigenen Standort verpflichtet. Er hat den Vorgaben und standardisierten Arbeitsprozessen der Franchisezentrale nachzukommen. Organigramme sind hier sehr hilfreiche Tools, um die Beziehungen, Kommunikationsstrukturen und Aufgaben visuell und verständlich darzustellen.

Die Aufbauorganisation im Franchising

Dieses Organigramm zeigt die Hauptaufgaben des Franchisegebers und seiner Geschäftspartner dar. In welcher Beziehung stehen die einzelnen Abteilungen und Aufgabenbereiche und wie gestalten sich die Kommunikationswege? In welchem Verhältnis steht die Systemzentrale zum Einkauf und zum Vertrieb?

Die Ablauforganisation im Franchise-Kontext

Die Ablauforganisation zeigt im Franchising die Arbeitsteilung des gesamten Netzwerkes auf. Welche Arbeitsprozesse werden von der Zentrale und welche Aufgaben werden von den Franchisenehmern ausgeführt? Es zerlegt die einzelnen Arbeitsschritte und Zuständigkeiten. Denn beim Franchising ist es oft der Fall, dass die Zentrale administrative Aufgaben für die Franchisenehmer übernimmt, so dass sich diese voll und ganz auf das Tagesgeschäft konzentrieren können.

Autor: Redaktionsteam ©