Umsatzsteuer im Franchise-Glossar

Was ist die Umsatzsteuer?

Die Umsatzsteuer ist eine Steuer, die auf verkaufte Produkte und Dienstleistungen erhoben wird. Die Umsatzsteuer wird von Unternehmen prozentual auf den Netto-Verkaufspreis aufgerechnet. Sie wird vom Endverbraucher beziehungsweise Endkunden getragen. Die Umsatzsteuer ist also eine Endverbrauchersteuer.

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Wer zahlt die Umsatzsteuer?

Die Umsatzsteuer ist eine indirekte Verbrauchsteuer. Sie ist insofern indirekt, da der zahlungspflichtige Steuerschuldner und derjenige, der sie letztlich zahlt, nicht identisch sind.

Das Unternehmen, was das Produkt oder den Service verkauft, erhebt die Umsatzsteuer zwar und führt sie an das Finanzamt ab, allerdings wird die Steuer von dem Endverbraucher getragen. Die Umsatzsteuer ist für Unternehmen also kostenneutral, sie wirkt sich also nicht ertragsmindernd für sie aus. Aus diesem Grund wird die Umsatzsteuer auch oft als „durchlaufende Steuer“ bezeichnet: Es handelt sich dabei um eine Verkehrsteuer, die auf alle Konsumangaben anfällt. Die Unternehmen erheben sie lediglich und führen sie an das Finanzamt ab.

Was ist der Unterschied zwischen Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer?

An sich sind Umsatzsteuer, mit USt abgekürzt, und Mehrwertsteuer, kurz MwSt, dasselbe. Dabei ist der Begriff Umsatzsteuer für Unternehmen relevant, da sie diese auf all ihre Umsätze erheben müssen, die sie durch den Verkauf von Waren und Dienstleistungen generieren. Die Bezeichnung Mehrwertsteuer trifft eher auf die Verbrauchersicht zu. Der Endkunde bezahlt schließlich einen „Mehr-Wert“ für das Produkt.

Die Umsatzsteuer in Deutschland

Da sie auf jedes Produkt und jede Dienstleistung anfällt, die verkauft wird, sorgt sie für ein Steueraufkommen von 30 Prozent. Das macht sie zu einer der wichtigsten Staatseinnahmen und einem wichtigen Haushaltsposten.

Wie hoch ist der Regelsteuersatz in Deutschland?

Der Regelsteuersatz liegt bei 19 Prozent, wobei es auch ermäßigte Steuersätze gibt, die bei gewissen Produkten anfallen. Der ermäßigte Steuersatz beträgt 7 Prozent und gilt für folgende Ausnahmen:

  • Lebensmittel und Milchprodukte sowie Milchmischgetränke
  • Zeitungen, Zeitschriften und Büchern
  • Personennahverkehr
  • Übertragung von Urheberrechten
  • Tickets für Theater, Konzerte und Museen
  • Beherbergungen in Hotels, Hostels und auf Campingplätzen

Aus diesem Grund werden beispielsweise auf Hotelrechnungen unterschiedliche Steuersätze ausgewiesen: 7 Prozent werden für die Übernachtung und 19 Prozent für das Frühstück fällig.

Eine weitere Ausnahme stellen land- und forstwirtschaftliche Betriebe dar: Denn landwirtschaftliche Erzeugnisse werden mit 10,7 Prozent Umsatzsteuer und Forsterzeugnisse mit 5,5 Prozent Umsatzsteuer belastet.

Wer ist umsatzsteuerpflichtig in Deutschland?

Grundsätzlich ist jedes Unternehmen umsatzsteuerpflichtig und hat für seine Verkäufe eine Umsatzsteuer zu erheben, die an das Finanzamt abgeführt wird. Allerdings können Unternehmen zeitgleich aber auch die Umsatzsteuer beim Finanzamt geltend machen, die sie selbst bei Einkäufen gezahlt hat. Dies nennt sich dann Vorsteuer. Diese fallen bei Ihnen als Franchisenehmer beispielsweise für den Einkauf von Waren und Dienstleistungen an, hier haben Sie Ihren Lieferanten die Umsatzsteuer gezahlt. Lesen Sie die Definition Franchisenehmer und erfahren Sie mehr! 

Ein Unternehmer oder Franchisenehmer kann die Umsatzsteuer beim Finanzamt geltend machen. Dadurch, dass er selbst für eingekaufte Produkte und Dienstleistungen die Umsatzsteuer zahlen muss, kann er sich diese durch die Vorsteuer vom Finanzamt rückerstatten lassen.

>> Erfahren Sie mehr: Know-How: was Sie als zukünftiger Unternhemer wissen sollten

Was oder wer ist von der Umsatzsteuer befreit?

Gewerbetreibende können sich bei Ihrer Gründung für die Kleinunternehmerregelung entscheiden. In diesem Fall handelt es sich um ein Kleingewerbe und der Umsatz liegt bei maximal 17.500 Euro im ersten Jahr. Für wen das zutrifft, der darf auf seinen Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen. Allerdings kann er im Gegenzug auch nicht die Vorsteuerbeträge seiner Lieferanten geltend machen!

>> Lesen Sie auch: Kleinunternehmerregelung im Franchise-Glossar

Darüber hinaus sind folgende Waren- und Leistungsgruppen steuerbefreit:

  • Innergemeinschaftliche Lieferungen in der EU
  • Auslandslieferungen
  • See- und Luftverkehr
  • Versicherungen
  • Kreditvermittlungen
  • Postwertzeichen

Die Umsatzsteuer als Durchlauf-Posten für Unternehmen

Die Umsatzsteuer stellt weder einen Erlös noch einen Kostenfaktor für Unternehmer dar. Monatlich oder quartalsweise hat er eine Umsatzsteuervoranmeldung vorzunehmen. Im Zuge dessen werden die Umsatzsteuer-Beträge, die er gezahlt hat – abzüglich seiner gezahlten Vorsteuerbeträge – an das Finanzamt gemeldet.

Für das gesamte Geschäftsjahr haben Unternehmen dann zusätzlich zur Steuererklärung auch eine Umsatzsteuererklärung beim Finanzamt einzureichen. Die Umsatzsteuererklärung rechnet die monatlichen und quartalsweise getätigten Voranmeldungen und Vorauszahlungen zusammen und korrigiert diese entsprechend.

Vorsteuer und Umsatzsteuer – zwei Sichtweisen auf dieselbe Steuer

Bei beiden Steuern handelt es sich somit um dieselbe Steuer allerdings aus unterschiedlichen Sichtweisen: Aus Sicht des Verkäufers ist es die Umsatzsteuer und aus Sicht des Käufers die Vorsteuer. Unternehmen verbuchen deshalb bei Ausgaben die Vorsteuer und im Rahmen der Einnahmen die Umsatzsteuer.

Vorsteuerabzugsberechtigte erhalten die gezahlte Vorsteuer nach der Umsatzsteuervoranmeldung beziehungsweise -erklärung vom Finanzamt wieder.

Rechenbeispiele für Umsatzsteuer und Vorsteuer:

Konkret heißt es, dass ein Unternehmen ein Produkt für 100 Euro verkauft, es aber die 19 Prozent Umsatzsteuer aufzuschlagen hat. Der Käufer zahlt somit 119 Euro, wobei sich die Nettoeinnahme des Unternehmens auf nur 100 Euro beläuft.

Angenommen, das Unternehmen hat eben dieses Produkt selbst von einem Lieferanten für 71,60 Euro bezogen. Und zwar hat es netto 60 Euro gekostet, wobei es seinem Lieferanten 11,40 Euro zusätzlich an Umsatzsteuer zahlen musste. So kann das Unternehmen nun seine Vorsteuer in Rechnung stellen, wenn es seine Umsatzsteuern meldet: Das Unternehmen müsste 19 Euro Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeben, die der Endkunde zu zahlen hat, es kann diesen Betrag aber nun um 11,40 Euro mindern. Bei diesen 11,40 Euro handelt es sich nämlich um die Umsatzsteuer, die es seinem Lieferanten gezahlt hat. So beträgt die Umsatzsteuer-Zahllast des Unternehmens insgesamt letztlich nur noch 7,60 Euro.

Tipps für Ihre Umsatzsteuer im Franchising!

Wenn Sie sich als Franchisenehmer selbstständig machen möchten, dann wird vermutlich auch auf Sie die Umsatzsteuer zukommen. Da es sich bei dieser Art der Steuer um einen durchlaufenden Posten handelt, den Sie lediglich an das Finanzamt abführen, ist eine doppelte Buchführung sehr ratsam. Das heißt, dass die Umsatzsteuer nicht nur buchhalterisch, sondern auch tatsächlich extra verbuchen sollten, indem Sie eigens dafür ein gesondertes Konto einrichten.

Wenn Sie also im Begriff sind, sich mit Franchising selbstständig zu machen, dann sollten Sie direkt ein zusätzliches Konto eröffnen. So können Sie die Zahlung der Umsatzsteuer direkt schon in Ihre Liquiditätsplanung vorausschauend aufnehmen. Hier empfiehlt sich unter anderem ein Kontokorrentkonto oder ein Girokonto. Kontokorrentkonten eignen sich perfekt für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Hier werden Ein- und Auszahlungen verbucht und lassen sich gegeneinander verrechnen. Aus diesem Grund ist es auch als Verrechnungskonto bekannt.

>> Sie möchten Ihr eigener Chef sein? Erfahren Sie mehr und lesen Sie unsere Definition Franchise.

Autor: Redaktionsteam ©